Langfristige Wetterprognose: Wie wird das Wetter im Winter 2021/2022?

21.09.2021
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Meteorologen wagen erste Ausblicke

Zahlreiche Meteorologen, selbsternannte „Experten“ und Wettermodelle wagen schon früh im Herbst einen Ausblick auf den Winter 2021/2022. Wird es viel schneien? Bleiben die Pisten in den Weihnachtsferien wieder mal grün oder können wir uns auf einen frühen Wintereinbruch freuen? Die Schneehoehen-Redaktion hat sich schlau gemacht und stellt euch hier einige langfristige Wettervorhersagen vor. Aber Achtung: Alle Angaben sind wie immer ohne Gewähr! 😉

Kai Zorn: Viele Wenns und Vielleichts ...

Kai Zorn zählt zu den bekanntesten Gesichtern in der Meteorologie-Branche Deutschlands. Lange Zeit war er beim Online-Primus wetter.com aktiv, mittlerweile betreibt Zorn seinen eigenen, sehr erfolgreichen YouTube-Channel und wagte hier schon Ende August, dann nochmal Mitte September erste Ausblicke auf den Winter 2021/2022. Gewohnt unterhaltsam präsentiert, aber auch von vielen Daten und Modellen hinterlegt: Zorn lebt das Wetter wie kein Zweiter. Das Anschauen der Videos lohnt sich – vor allem für Wetter-Nerds. Und wem diese drei Videos noch nicht reichen, der klickt sich auf den Kanal von Kai Zorn und findet dort hunderte Wettervideos zu beinahe jedem Thema!

DWD – Deutscher Wetterdienst

Der Deutsche Wetterdienst bildet in seiner Jahreszeitenvorhersage jeweils die Abweichungen des Niederschlags und der Temperatur vom Mittel der Jahre 1990-2019 ab. Im GCFS-Modell ist demnach zu sehen, dass der Niederschlag in Deutschland sich in den Monaten November, Dezember und Januar etwa im langjährigen Durchschnitt bewegt. Mehr Niederschlag als „normal“ fällt in den Südalpen sowie dem mittleren Alpenbogen (Ostschweiz mit Berner Alpen, Graubünden sowie Westösterreich).


Und während die 2m-Temperatur der Wintermonate in den letzten Jahren oft als deutlich zu warm vorhergesagt wurde, teilweise 1-2 Grad überdurchschnittlich, sagt die Vorhersage für die diesjährigen ersten Wintermonate nur eine im Vergleich leichte Temperaturerhöhung von 0,2 bis 0,5 Grad Celsius vorraus. Gut: Niedrige Temperaturen im Frühwinter geben den Bergbahnen die Möglichkeit, eine gute Schneegrundlage für den Rest der Saison zu schaffen.

Dominik Jung – wetter.net

Wer aktuell nach „Winterwinter 2021/2022“ sucht, der kommt um ihn nicht herum: Dominik Jung von wetter.net bringt gefühlt in jeder zweiten Online-Zeitungsausgabe ein Video heraus, in dem er einen Ausblick wagt. Jung bezieht sich dabei insbesondere auf das National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) aus den USA und ihr CFS, das Climate Forecast System. Demnach, so führt Jung unter anderem im untenstehenden Video aus, wird der Winter 2021/2022 in Deutschland und Mitteleuropa relativ kühl starten: Das Modell zeigt, ähnlich dem Modell des DWD, im November und Dezember keine oder nur geringe Abweichungen zum langjährigen Temperaturmittel – das ist außergewöhnlich, denn in den letzten Jahren waren die Karten fast immer tiefrot, was einer Abweichung der Durchschnittstemperatur von 1-3 Grad Celsius entspricht. Der Dezember könnte demnach einer der kühlsten der letzten Jahre werden, was für Wintersportler und Bergbahner eine gute Nachricht sein dürfte – nachdem in den letzten Jahren der Winter oftmals erst im Januar so richtig startete.

Rekordwinter: Kälter als der Dezember 2010

Allerdings: Im Januar und Februar zeigen die Karten aktuell (Stand Ende September) wieder positive Temperaturabweichungen von 0,5-2 Grad. Insbesondere der Februar wird nach Meinungen der amerikanischen Experten deutlich zu warm. Und wer auf einen sehr nassen und damit schneereichen Winter hofft: Von November bis März geht das NOAA in Deutschland und dem Alpenraum von einer absolut durchschnittlichen Menge an Niederschlag aus.

CFS Modell 2m-Temperatur Europa: https://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/CFSv2/htmls/euT2me3Mon.html


CFS Modell Niederschlagsmengen Europa: https://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/CFSv2/htmls/euPrece3Mon.html


In einem neueren Video von Anfang Oktober bezieht sich Jung übrigens noch auf das europäische Wettermodell, welches nun auch einen kalten Dezember vorhersagt:

Haslingers Königskerze

Sepp Haslinger, ehemaliger Hüttenwirt aus Benediktbeuern und seit vielen Jahren vielgefragter Wetterprophet, hat auch in diesem Jahr wieder an Mariä Himmelfahrt seine Königskerze befragt. Diese soll nämlich, je nach Blütenstand, die Schneemenge im Winter vorhersagen können. Die schlechte Nachricht: In diesem Jahr waren nahezu alle Blüten bereits verblüht und dunkel verfärbt, was laut Haslinger ganz klar bedeutet, dass mit Schnee in diesem Winter kaum zu rechnen sei. Am ehesten noch im Februar, so der 79-jährige Haslinger in der TZ.

Winterwetter laut Hundertjährigem Kalender

Im 17. Jahrhundert entwickelte Abt Mauritius Knauer einen Kalender zur Wetterbestimmung, den Hundertjährigen Kalender. Knauer ging davon aus, dass das Wetter vor allem von Mond, Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus und Merkur beeinflusst werde. 2021 befinden wir uns in einem Saturnjahr. Der Dezember startet demnach mit Regen und Schneefällen, bevor es aufhellt und der Schnee in den kommenden Tagen wieder schmilzt. Danach bleibt es wechselhaft, trüb und am 20.12. frostig. Der Monat endet kalt, ungemütlich und mit Regen.


Der Januar 2022 soll nach dem Hundertjährigen Kalender trüb und mit Schneefällen beginnen. Danach bleibt es frostig, zum Ende des Monats sogar sehr windig und "grimmig kalt". Auch der Februar bleibt demnach bis Mitte des Monats sehr kalt.


Klingt doch gar nicht so schlecht, oder? :)


Aus meteorologischer Sicht ist der Hundertjährige Kalender aber natürlich absoluter Humbug, das sei hier nochmal klargestellt. Wer sich dennoch dafür interessiert: www.100-jaehriger-kalender.com

Das meint die Schneehoehen-Redaktion

Natürlich hat auch die Redaktion von Schneehoehen eine fundierte Meinung zum Wetter im kommenden Winter. Und die lautet: Wie das Winterwetter 2021/2022 wird, kann man nicht vorhersagen. Es ist schlicht unmöglich, passgenaue Vorhersagen für Deutschland oder gar den gesamten Alpenraum zu treffen. So kann es zum Beispiel in den französischen Alpen ein Jahrhundertwinter geben, in den bayerischen Alpen aber gleichzeitig trocken und mild sein. Ob der Winter 2021/2022 viele Südweststaulagen bringt oder das Wetter oft aus nördlicher Richtung kommt wie im Januar 18/19, als in Bayern und Tirol 3-5 Meter Neuschnee gemessen wurden, das ist schlichtweg nicht vorherzusagen.


Grundsätzlich kann man hoffen, dass die NOAA und ihr CFS richtig liegen, wenn sie für November und Dezember relativ kühle Monate vorhersagen. Denn das würde bedeuten, dass es frühe Schneefälle gibt und die Skigebiete eine gute Schneegrundlage für den Rest der Saison bilden können. Wenn Januar und Februar, wie derzeit in den Modellen vorhergesagt, relativ warm und durchschnittlich in Bezug auf die Niederschlagsmengen in den Alpen würden, hätten wir es am Ende mit einem guten Winter mit ausreichend Schnee zu tun. Wollen wir gemeinsam hoffen, dass es so kommen wird!

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