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Kaunertaler Gletscher: Die Rückkehr eines Weltmeisters

In den 1980er- und 1990er-Jahren zählte er zu den erfolgreichsten Skirennläufern der Welt und trainierte regelmäßig am Kaunertaler Gletscher. Nun kehrte der vierfache Weltmeister Marc Girardelli anlässlich einer TV-Produktion über die Entwicklung des Skisports in das Skigebiet im Westen Tirols zurück – und versuchte sich auf altem sowie neuem Material.

Seine Erfolgsliste liest sich lange und imposant: Marc Girardelli holte vier Weltmeistertitel und insgesamt elf WM-Medaillen, zweimal olympisches Silber, fünf Triumphe im Gesamtweltcup und 100 Podestplätze – mit 46 Siegen in Weltcuprennen liegt der gebürtige Vorarlberger bis heute auf Rang vier der ewigen Bestenliste bei den Herren. Ab den frühen 1980ern bis zum Karriereende 1996 gehörte Girardelli zu den absoluten Spitzenathleten unter den alpinen Rennläufern, er ist einer der wenigen, die in sämtlichen Disziplinen Siege feiern konnten. Aus österreichischer Sicht hatte die Sache immer nur einen Haken: So errang Marc Girardelli die Erfolge nicht für den heimischen, sondern den luxemburgischen Skiverband.

Schon 1980 kam Girardelli zum ersten Mal auf den Kaunertaler Gletscher, insgesamt nutzte er das Gebiet 15 Jahre lang regelmäßig als Trainingsrevier. „Ich habe früher sehr viel Zeit im Kaunertal verbracht und fühle mich in Feichten sowie am Gletscher fast wie zuhause. Das Skigebiet hat sich bis heute unglaublich toll entwickelt und kann es mit vielen anderen im Alpenraum locker aufnehmen. Schneesicherheit und das Panorama sprechen für sich“, erläutert der frühere Weltklasse-Läufer.

Marc Girardelli am Kaunertaler Gletscher
Marc Girardelli am Kaunertaler Gletscher © Kaunertaler Gletscher

Rückkehr für TV-Produktion

Anfang Mai kehrte Girardelli anlässlich eines TV-Drehs auf den Kaunertaler Gletscher zurück. Die internationale Koproduktion, an der unter anderem die europäischen Sender ARTE, ARD/SWR und ORF beteiligt sind, widmet sich der Entwicklung des Wintersports in den letzten 30 Jahren. Marc Girardelli war dabei sowohl mit aktuellem Skimaterial als auch auf Equipment von 1987 unterwegs und absolvierte im Rahmen des Drehs einen Riesentorlauf. "Die Bedingungen am Gletscher waren hervorragend, immerhin hat es im Juni 60 cm Neuschnee gegeben. Die Saison endet erst im Juni", betont Franz Wackernell, Betriebsleiter der Kaunertaler Gletscherbahnen.

"Es war eine interessante und eigenartige Erfahrung mit dem neuen und alten Material", so Marc Girardelli. "Auf den alten Skiern habe ich mich gleich wieder zurechtgefunden, die neuen Rennskier bin ich aber nicht gewohnt – nach sechs Läufen spüre ich meinen Körper schon sehr stark. Die Geschwindigkeit war früher schon sehr hoch, die Läufe waren aber auch flüssiger gesetzt. Die Belastung in den Kurven ist heute mit den Carving-Skiern weitaus höher, der Körper muss einiges aushalten können." Eine baldige Rückkehr auf den einst so vertrauten Kaunertaler Gletscher kann sich Girardelli durchaus vorstellen: "Vielleicht veranstalte ich nächstes Jahr ein Event hier. Und sonst komme ich mal mit dem Snowboard – darauf bin ich mittlerweile eher unterwegs, weil meine Kinder das so wollen", lacht der Vorarlberger.