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Schnee Special

Was ist Schnee, wie entsteht er und welche Schneearten gibt es?

Ohne ihn geht auf Pisten und Loipen im Winter gar nichts: Schnee. Während man in den Skigebieten oft über Schneemangel klagt, verursacht er im Flachland meist Verkehrschaos. Doch was genau ist eigentlich Schnee? Wie entsteht er und wie viele Schneearten unterscheidet man? Und wie funktionieren Schneekanonen? In unserem Special rund um das Thema Schnee klären wir alle wichtigen Fragen.

Was ist Schnee?

Schnee-Verkehrsschild
Schnee hat meist die typische, sechseckige Form.
© Rainer Sturm / pixelio.de

Schnee besteht aus vielen kleinen Eiskristallen, die meist stark verzweigt sind. In der Regel haben die Kristalle eine sechseckige Plättchen- oder Sternen-Form. Schneeflocken sind keine gefrorenen Wassertropfen, sondern bilden sich in einer Kette von physikalischen Prozessen.

Die meist sechseckige Form der Schneekristalle erklärt sich aus der Kristallgitter-Struktur der Wassermoleküle. Diese bilden, wenn es kalt genug ist, die typische sechsarmige Sternstruktur aus. Die genaue Form der Schneeflocken ist abhängig von der Temperatur und dem Grad der Luftfeuchtigkeit bei der Entstehung.

Wie entsteht Schnee?

Am Anfang der Schneebildung steht Wasserdampf. Kühlt sich Wasserdampf ab, so kondensiert er zu winzig kleinen Wassertröpfchen. Dieses Phänomen ist zum Beispiel beim Morgentau zu beobachten.

Schneekristalle
Bei wärmeren Temperaturen bilden sich kunstvolle Schneekristalle. © M. Großmann / pixelio.de

Kühlt es weiter ab, dann fangen die Wassertröpfchen an zu frieren. Dabei steigt die Umgebungstemperatur um den Wassertropfen herum kurzfristig leicht an. Dadurch verdampfen die anderen Tröpfchen kurz wieder zu Wasserdampf, die dann jedoch sofort zu Kristallen werden.

Die Form der Kristalle ist abhängig von der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit. Bei tiefen Temperaturen bilden sich eher Schneeplättchen, während es bei wärmeren Temperaturen zu den kunstvoll aussehenden Sternen kommt. Da die Bedingungen bei der Entstehung der Kristalle nie zu 100 Prozent übereinstimmen, geht man davon aus, dass jedes Schneekristall einzigartig ist.

Schneeflocken entstehen schließlich dadurch, dass sich die einzelnen Kristalle beim Fallen verketten. Wie groß die Schneeflocken werden, hängt von der Temperatur ab. Ist es wärmer als -5° C bilden sich große Schneeflocken, sind die Temperaturen dagegen niedriger und herrscht außerdem eine geringe Luftfeuchtigkeit, verbinden sich die einzelnen Kristalle schlechter und es entstehen nur kleine Flocken.

Welche Arten von Schnee unterscheidet man?

Schnee ist nicht gleich Schnee! Man unterscheidet viele verschiedene Arten – vom Neuschnee bis zum Firn. Unterscheidungskriterien sind meist das Alter und die Feuchtigkeit:

Schneemann
  Schneemänner baut man am besten aus Feuchtschnee. © Rufin Schullian / pixelio.de
  • Als Neuschnee bezeichnet man frisch gefallenen Schnee – in der Regel nicht älter als 24 Stunden. Die feinen Eiskristalle sind noch intakt, mit ihren Verzweigungen und Zacken.
  • Pulverschnee ist sehr trockener Schnee, der auch unter Druck nicht zusammenklebt.
  • Champagne-Powder ist sehr weicher und trockener Pulverschnee. Er kommt vor allem in den amerikanischen Rocky Mountains vor und entsteht bei besonders hoher Lufttrockenheit. Der Champagne-Powder gilt als ideal zum Skifahren.
  • Der beste Schnee für eine Schneeballschlacht oder zum Bauen von Schneemännern ist Feuchtschnee, denn er klebt unter Druck sehr gut zusammen.
  • Nassschnee, auch Sulz genannt, ist sehr schwer und nass. Wenn man den Nassschnee zusammenpresst, läuft Wasser aus. Durch das mehrmalige Schmelzen und Gefrieren des Schnees entsteht grobkörniger Sulzschnee.
  • Als Faulschnee bezeichnet man eine Mischung aus Schneebrocken und Wasser, die nicht gut zusammenhalten.
  • Bruchharsch nennt man eine feste Schneeoberfläche, die durch Antauen und erneutes Gefrieren der oberen Schneeschicht entsteht. Unter der harten Eiskruste bleibt der restliche Schnee jedoch pulvrig und trocken.
Gletscher
Aus Firn kann im Laufe der Jahre ein Gletscher entstehen. © Berggeist007 / pixelio.de
  • Harsch ist alter Schnee, der durch Schmelzen und Gefrieren zu einer gefrorenen, festen Masse geworden ist. Im Harschschnee findet man keine Kristall-Formen mehr, sondern nur kleine, gefrorene Eisbrocken.
  • Als Firn bezeichnet man Schnee, der mindestens ein Jahr alt ist und eine hohe Dichte von über 600 kg pro Kubikmeter hat. Aus Firnschnee kann im Laufe der Jahre ein Gletscher entstehen.
  • Büßerschnee sind bis zu sechs Meter hohe Türme aus Eis und Schnee, die in den Hochgebirgen der Tropen und Subtropen vorkommen. Grund für die Bildung von Büßerschnee ist das ungleiche Abschmelzen des Schnees bei starkem Sonnenschein und gleichzeitig geringer Luftfeuchtigkeit. Die Eis- und Schneetürme sind für Bergsteiger meist ein unüberwindbares Hindernis.

Warum ist Schnee eigentlich weiß?

Schneeflocken sind - genau wie Wassertropfen – eigentlich farblos. Die Schneekristalle fungieren jedoch wie kleine Spiegel, die das Licht reflektieren. Da das Sonnenlicht weiß ist, erscheint der Schnee ebenfalls weiß.

Wie wird Kunstschnee produziert?

In vielen Skigebieten reicht vor allem in der Früh- und Spätsaison der natürliche Schneefall nicht mehr aus, um die Pisten zu betreiben. Allein in Europa gibt es deshalb schätzungsweise 3.100 Schneekanonen, die die Pisten mit Kunstschnee beschneien und so einen Skibetrieb oft erst möglich machen.

Schneekanone
Rund 3.100 Schneekanonen stehen in Europas Skigebieten. © Kurt Michel / pixelio.de

Es gibt verschiedene Systeme, die Kunstschnee produzieren. Sie funktionieren jedoch alle nach demselben Prinzip: Eine Kombination aus zerstäubtem Wasser und einem starken Luftstrom oder komprimierter Luft.

Das meist verwendete Prinzip ist die Propellerkanone. Hier erzeugt ein Propeller einen starken Luftstrom, indem am Kanonenausgang kleine Eiskristalle aus Düsen hinein geblasen werden. Um diese Kristalle legen sich dann die in der Luft vorhandenen Wassertröpfchen, die in der trockenen Luft vorher verdunstet sind. Das Prinzip funktioniert umso besser, je trockener die Luft ist. Die Propellerkanone kann schon ab einer Temperatur von einem Grad über Null eingesetzt werden.

Energiesparender als die Kanonen, dafür aber auch mit einer geringeren Leistung und Reichweite ausgestattet sind die Schneelanzen. Das sind lange Aluminiumrohre, an deren Spitze sich Wasser- und Luftdüsen befinden. Aus ihnen tritt zerstäubtes Wasser aus, in das komprimierte Luft hinein geblasen wird. Die Luft dehnt sich aus und kühlt dabei ab, so entsteht der Schnee.

Die Produktion von Kunstschnee steht immer wieder in der Kritik. Zum einen wegen des sehr hohen Energie- und Wasserverbrauchs - Berechnungen zufolge verbrauchen die Schneekanonen in Europa im Jahr so viel Energie wie eine Stadt mit 150.000 Einwohnern. Außerdem wird immer wieder angeführt, dass durch die Verwendung von Kunstschnee die Verletzungsgefahr für Skifahrer und Snowboarder steigt. Denn da Kunstschnee eine andere Struktur und eine bis zu zehnfach höhere Dichte als Naturschnee hat, sind die präparierten Pisten härter. Dadurch steigt die Sturzgefahr, da sich Skier und Snowboards leichter verkanten, und beim Stürzen können Verletzungen schwerer ausfallen.

Außerdem gut zu wissen: Kuriose Fakten rund ums Thema Schnee

Schneefall wird nicht immer durch großflächige Wetterlagen bedingt. Kraftwerke oder andere Industrie-Großanlagen verursachen den so genannten Industrieschnee, der nur lokal begrenzt um die Anlage fällt.

Ein weiteres Phänomen ist der "Lake Effect Snow", der um die großen Seen in Nordamerika auftritt. Dabei wehen im Winter kalte Winde über die Seen mit warmem Wasser, die dann Wasserdampf aufnehmen, der am Ufer als Schnee niederfällt.

Es ist übrigens ein weit verbreiteter Irrglaube, dass die Inuit eine besonders große Anzahl von Worten für Schnee haben – es sind nicht mehr als in anderen Sprachen auch. Während es im Deutschen jedoch viele zusammengesetzte Worte oder Halbsätze gibt, die den Schnee beschreiben ("aufgewirbelter Schnee"), erscheinen diese in der Inuit-Sprache als ein Wort.

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