Navigation überspringen (direkt zum Inhalt)

Backstage bei LEITNER ropeways

Am Ende einer traumhaften Woche in Südtirol wartet noch ein ganz besonderes Highlight auf uns. Heute dürfen wir bei LEITNER ropeways hinter die Kulissen schauen. Wie eine Seilbahn gebaut wird, wissen wir ja schon. Aber was passiert davor? Gotthard Schöpf, Head of Marketing der LEITNER AG/LEITNER GmbH, hat uns zum exklusiven Besuch der Produktionsstätte eingeladen.

Für die Führung gut ausgestattet mit Warnweste und Sicherheitsschuh für Gäste
Gut ausgestattet mit Warnweste und Sicherheitsschuh für Gäste © Schneemenschen GmbH

Wir machen uns also auf zum Standort Sterzing-Unterackern. Dank großen Produktionsgeländes und wehenden Fahnen können wir das Werk auch überhaupt nicht verfehlen. Vorschriftsgemäß melden wir uns beim Pförtner, parken das Auto und werden dann von Herrn Schöpf in die heiligen Produktionshallen geführt.

Wie überall im Seilbahngeschäft, geht auch im Produktionsgebäude von LEITNER ropeways Sicherheit vor und so schlüpfen wir in die Sicherheitsschuhe für Gäste und werfen eine gelbe Warnweste über, auf der groß “Visitor” steht, bevor es schließlich losgeht.

LEITNER ropeways - die Produktion

Wir lernen Martin Gasteiger aus der Produktion kennen, seines Zeichens Abteilungsleiter Montagen und Lackiererei bei LEITNER ropeways und somit prädestiniert, uns den Werdegang einer Seilbahn - von den Einzelteilen bis hin zur fertigen Station - genauestens zu erklären. Der grobe Ablauf des Seilbahnbaus wird direkt am Anfang der Produktionshalle in Form eines Videos verdeutlicht.

Martin Gasteiger aus der Produktion & Gotthard Schöpf, Head of Marketing zeigen uns die Produktionsstätte
Martin Gasteiger aus der Produktion & Gotthard Schöpf, Head of Marketing © Schneemenschen GmbH

Wir erfahren am Beispiel einer Zweiseilumlaufbahn, die gerade in Südkorea gebaut wird, und einer Dreiseilumlaufbahn, die am Klein Matterhorn entsteht, dass diese Seilbahnstationen in Sterzing immer erst komplett vormontiert werden, um mehrere Kontrollläufe und Messungen zu durchlaufen, dann wieder zerlegt und anschließend erst zur Baustelle transportiert werden. Martin Gasteiger erklärt uns, dass es verheerend wäre, alle Bauteile zu einer Baustelle wie auf das kleine Matterhorn auf 4.000 m zu transportieren, sie zusammenzubauen, um dann festzustellen, dass etwas nicht passt. Der logistische Aufwand wäre enorm und das leuchtet uns beim Betrachten des informativen Produktionsfilms auch direkt ein.

Wir erfahren, dass die Monteure, die am Bau einer Seilbahn beteiligt sind, teilweise auch hier in Sterzing bei der Produktion integriert werden, um die Bahn besser kennenzulernen, und auch das erscheint uns mehr als logisch.

Verschiedene Abteilungen der LEITNER ropeways Produktion

Nach der kurzen Einleitung sind wir nun erst recht neugierig geworden, Seilscheiben, Antriebsrahmen, Lauf- und Kuppelschienen bis hin zum Stationsumlauf mal aus der Nähe zu sehen und so schauen wir uns die verschiedenen Abteilungen der LEITNER ropeways Produktion genauer an.

Die für uns erste Station ist zugleich die wichtigste: die Qualitätsprüfung. Hier wird das Material, das u.a. von Zulieferern kommt, etlichen Qualitätskontrollen und Messungen unterzogen, bei denen z.B. die Hochsicherheitsteile mit Ultraschall sehr penibel geprüft werden. Eigens für das Qualitätsmanagement zertifizierte Arbeitsprozesse sorgen für eine enorm hohe Produktqualität.

Nach der Qualitätssicherheit stehen wir in der Zerspanungsabteilung. Riesige Bearbeitungsmaschinen, wie Fräsbohrer und Drehmaschinen, die sehr kostenintensiv sind, laufen hier im Dreischichtbetrieb Tag und Nacht, um die Bauteile, die später montiert werden, vorzubereiten.

Seilklemmen die im LEITNER ropeways Showroom ausgestellt sind
Seilklemmen im Showroom © Schneemenschen GmbH

Beim Gang durch die Abteilungen lernen wir, wie Seilklemmen hergestellt werden, dass es fixe und kuppelbare Anlagen gibt und dass später an den Seilklemmen die Kabine bzw. der Sessel hängen wird.

Sesselbahnen können fix oder kuppelbar geklemmt werden, bei Kabinenbahnen, mit Ausnahme von Pendelbahnen, werden hingegen nur noch kuppelbare Klemmen verwendet. Der Vorteil bei kuppelbaren Anlagen ist jener, dass in der Station die Fahrzeuge vom Zugseil mittels Kuppelschiene abgekuppelt werden und sich so die Geschwindigkeit in der Station verringert. Dadurch können die Gäste leichter und vor allem komfortabler in den Sessel/die Kabine einsteigen. Bei der Ausfahrt aus der Station nimmt das Fahrzeug Fahrt auf und wird wieder an das Seil geklemmt.

Bei fixgeklemmten Anlagen kann die Klemme nicht vom Seil gelöst werden, sodass die Fahrzeuge in der Station beim Ein-/Ausstieg und auf der Linie die gleiche Fahrgeschwindigkeit haben. Aus diesem Grund werden fixgeklemmte Anlagen (Sesselbahnen) nur mit einer geringeren Geschwindigkeit betrieben (max. 2,5 m/s). Kuppelbare Anlagen können hingegen Geschwindigkeit bis zu 7,5 m/s außerhalb der Station erreichen.

Wir schauen uns auch an, wie Rollenbatterien montiert werden, erfahren, dass es je nach Material und Bedarf verschiedene Oberflächenbehandlungen gegen Rost gibt. Wir werden immer wieder Zeuge von unzähligen Prüfungen nach höchsten Sicherheitsstandards und stehen irgendwann vor einer vormontierten Rollenbatterie.

Die Rollenbatterien werden auf die Stützen gesetzt, führen das Förderseil und bestehen aus mehreren Seilrollen. Wie viele das sind, hängt von der später zu tragenden Last ab. Rollenbatterien werden in Sterzing kundenbezogen vormontiert, bevor sie zu den Baustellen geliefert werden.

Investition in den Standort und in die Zukunft

Kleinteilmontage, Schweißerei, Lager… Martin Gasteiger und Gotthard Schöpf gehen mit uns Abteilung für Abteilung durch. Überall wird emsig gearbeitet. Doch nicht nur an den Seilbahnteilen, wie uns auffällt.

Martin Gasteiger erzählt uns, dass LEITNER ropeways laufend in modernste Technik und Maschinen investiert, um auch weiterhin die sehr hohe Innovationskraft im Unternehmen aufrecht zu erhalten. Denn speziell mit Innovationen und maßgeschneiderten Lösungen für Kunden hebt sich LEITNER ropeways, im Vergleich zum Mitbewerb, deutlich ab.

Immer wieder kommen wir an Bereichen vorbei, die sich im Bau befinden und es ist eindeutig, dass das Unternehmen viel Aufwand betreibt, um die Fertigung so effektiv und effizient wie möglich zu gestalten.

Forschung und Entwicklung

Aber nicht nur in die Produktion, sondern auch in Forschung und Entwicklung investiert das Unternehmen unermüdlich.

DirectDrive verbaut in der Station
DirectDrive verbaut in der Station © LEITNER ropeways

LEITNER ropeways ist bekannt dafür, sehr viel für das Thema Nachhaltigkeit beim Seilbahnbau zu tun. Ein Beispiel dafür ist der LEITNER DirectDrive, eine Inhouse-Entwicklung und das weltweit einzige Seilbahn-Antriebssystem, das ohne ein Getriebe auskommt. Vor einer Antriebsgruppe mit genauso einem DirectDrive stehen wir jetzt. Wir erfahren, dass der erste Motor dieser Art schon 1999 von Leitner verbaut wurde und sich die Nachfrage in den letzten Jahren so gesteigert hat, dass mittlerweile ca. 90% der Anlagen damit ausgestattet sind. Solche Motoren sind geräuschärmer, energiesparender und sie benötigen weniger Wartungsarbeiten. 

Der Showroom

Zum Abschluss geht es in den Showroom der Firma LEITNER ropeways. Hier stehen die modernsten Kabinen, die auch regelmäßig auf Messen ausgestellt werden, u.a. eine Kabine für Dreiseilumlaufbahnen, wie sie auf dem Stubaier Gletscher gebaut wurde, die Symphony 10 Kabine im Pininfarina-Design, welche das erste Mal in der Saison 2017/18 für das Skigebiet Gröden gebaut wurde oder auch der 8-er Premium Chair, der erstmals in Kitzbühel zum Einsatz kam.

Gotthard Schöpf erzählt uns, dass am Standort Sterzing ca. 800 bis 850 Mitarbeiter in Produktion und Verwaltung arbeiten. Nach allem, was wir hier sehen, gewinnen wir immer mehr den Eindruck, dass das Seilbahngeschäft boomt.

Nach Oben