Die KitzSkiwelt Tour ist die längste Skirunde der Alpen © Sebastian Lindemeyer | Schneemenschen GmbH

Die KitzSkiWelt Tour: Unterwegs in Kitzbühel-Kirchberg und der SkiWelt Wilder Kaiser - Brixental auf der längsten Skirunde der Alpen

31.01.2024
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Ihr "schrubbt" gerne viele Kilometer auf der Piste? Je mehr, desto besser? Ihr steht auf vielfältige, breite Abfahrten, viel Natur und großartige Bergpanoramen? Auf modernste Liftanlagen mit viel Komfort und eine breite Auswahl an Berghütten und -restaurants? Dann solltet ihr die KitzSkiWelt-Tour in den beiden Skigebieten von Kitzbühel-Kirchberg und der SkiWelt Wilder Kaiser - Brixental ganz oben auf eure Ski-Bucketlist schreiben!


Wir sind die Tour für euch abgefahren. Zumindest in großen Teilen, denn komplett haben wir sie an einem Tag nicht geschafft. Kommt mit auf die Skireise durch zwei der beliebtesten Skigebiete in den Kitzbüheler Alpen. Wir stellen euch die KitzSkiWelt Tour etwas genauer vor!

KitzSkiWelt-Tour © KitzSkiWelt

Das ist die KitzSkiWelt-Tour

Die KitzSkiWelt Tour verbindet seit der Wintersaison 2021/22 das Skigebiet KitzSki (Kitzbühel-Kirchberg) mit der SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental. "Irrsinnig groß" lautet das Motto der SkiWelt Wilder Kaiser - Brixental, "Grenzenlosen Skigenuss" verspricht KitzSki - und damit übertreibt man nicht. Auf bis 88 Kilometern führt die KitzSkiWelt-Tour vorbei an berühmten Schauplätzen des Wilden Kaisers und der Kitzbüheler Alpen.


Der Einstieg in die Tour ist in 14 Orten von KitzSki bzw. der SkiWelt möglich:


  • KitzSki: Aschau | Kirchberg | Kitzbühel | Jochberg | Pass Thurn | Hollersbach/Mittersill
  • SkiWelt: Brixen im Thale | Ellmau | Going | Hopfgarten | Itter | Scheffau | Söll | Westendorf

Die längste Variante der KitzSkiWelt Tour umfasst mehr als 40 Liftfahrten, 88 Pistenkilometer, über 17.000 Höhenmeter und endlosen Skispaß! Der Start dieser ultimativen Herausforderung ist in Going, das Zwischenziel erreicht ihr am Pass Thurn, bevor ihr wieder den endlosen Rückweg antretet. Natürlich ist die Tour auch in umgekehrter Richtung oder in verkürzter Form möglich.


Entlang der KitzSkiWelt Tour eröffnen sich die beeindruckenden Bergpanoramen auf den Wilden Kaiser, die Hohe Salve, die Kitzbüheler und Tuxer Alpen und die Hohen Tauern. Zudem gibt es zahlreiche Spots für persönliche Erinnerungsfotos beispielsweise am legendären Starthaus der Streif, wo ein professioneller skiline Photopoint mit Kamera installiert ist, oder der Hohen Salve, der höchsten Wallfahrtskirche Österreichs mit Blick auf über 70 3.000er Gipfel. Sollten einem die Kräfte entlang der KitzSkiWelt Tour verlassen, was durchaus wahrscheinlich ist, kann das kostenlose Skibusangebot für die Heimfahrt genutzt werden.


Eine Tageskarte für die KitzSkiWelt Tour kostet in der Hauptsaison 2023/24 75 Euro und ist damit nur unwesentlich teurer als die Tageskarten für die einzelnen Skigebiete KitzSki (72 Euro) und SkiWelt Wilder Kaiser - Brixental (69 Euro).


Toll: Auf www.kitzskiwelt.at könnt ihr eure individuelle Tour planen und euch den gesamten Weg, jede Abfahrt und jede Liftfahrt in entsprechender Reihenfolge anzeigen lassen und bei Bedarf ausdrucken - ein toller Service!

Bilderserie: Unterwegs auf der KitzSkiWelt Tour

Zu ambitioniert? Wir starten in Brixen im Thale!

Auch wir wollen die Herausforderung dieser "längsten Skirunde der Alpen" annehmen, müssen uns aber schon vor dem Start eingestehen: Mit Fotografieren und Filmen an einem Samstag bei gutem Wetter (und entsprechend vielen Menschen auf der Piste) wird es vermutlich nichts werden mit der kompletten Runde. Im Nachhinein sollten wir Recht behalten, denn die ein oder andere Wartezeit an Liften und Gondeln ließ sich nicht vermeiden. Somit war die Entscheidung, unsere Tour in Brixen im Thale zu starten, genau die richtige. Unsere offizielle Challenge laut Tourplan von www.kitzskiwelt.at: 64 Kilometer Piste, 11.956 Höhenmeter, 29 Liftfahrten!


Wir starten morgens gegen 8:30 Uhr mit der SkiWeltbahn von Brixen im Thale auf den Berg. Dichte Wolken hüllen die Berge ein, daher verpassen wir leider an diesem Morgen auch die wunderschöne Aussicht auf den Wilden Kaiser, die man aber ohnehin von den Pisten in Ellmau, Going, Scheffau oder Söll am besten genießen kann. Immerhin: Am späten Nachmittag, als wir wieder an der Choralpe ankamen, können wir in der Ferne den Wilden Kaiser noch bestaunen. Und zum Glück bieten sich auf der Tour noch viele andere Aussichtspunkte, die mehr als lohnenswert sind.


Zunächst also noch durch dicke Nebelsuppe führt unser Weg über die Bergstation der Alpenrosenbahn, die aus Westendorf hinauf in das Skigebiet führt, bis zum hochmodernen 8er-Sessellift Fleiding. Rund 15,5 Millionen Euro hat sich die SkiWelt diese Sesselbahn im Jahr 2019 kosten lassen. Von der Bergstation auf 1.892 Meter Höhe verpassen wir leider heute das überragende 360-Grad-Panorama, denn noch hat es nicht aufgerissen.


Also geht es schnell weiter in den abgelegensten Teil der SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental, die SkiWelt Westendorf. Wirklich ein toller Ort, um Ski zu fahren, mit schön angelegten Pisten abseits des Trubels. Hier findet sich übrigens auch der BIG PLAYGROUND© (Boarders Playground) Snowpark Westendorf, der sich toll in das Gelände am Gampenkogellift schmiegt.


Eine Park-Session darf man aber bei der KitzSkiWelt Tour nicht einlegen, denn wer 64 km oder gar die komplette Runde mit 88 km an einem Tag hinter sich bringen will, der muss ordentlich Gas geben. Also, hoch hinauf zum Gampenkogel (Bergstation: 1.808 m.ü.M.) und dann die vier Kilometer lange und tolle KI-West-Abfahrt bis ins Tal. Unten kommt nach wenigen Minuten der Skibus (fährt alle 10 min) und bringt uns zur Pengelstein-Gondel in das Skigebiet KitzSki. Nur drei Minuten sitzt man im Bus, viel Zeit zum Durchschnaufen ist also nicht. Wir begehen den Fehler und steigen unten bereits an der Hauptstraße aus, obwohl der Bus danach direkt rechts hinauf zur Gondelstation fährt – hätten wir mal den Busfahrer gefragt. Halb so wild, aber die 200 Meter Fußweg, die auch eine Gruppe Holländer versehentlich antreten muss, hätten wir uns sparen können.


Weiter geht es Richtung Pengelstein, erst mit der Gondel und dann mit dem Vierersessel Pengelstein II, der zu den wenigen älteren Liften im Skigebiet von Kitzbühel und Kirchberg zählt (Baujahr 2000).

Auf zur Streif-Familienabfahrt

Von hier fahren wir über die Brunn-Kälberwald Abfahrt (27b), die beiden Sessellifte Brunn und Sonnenrast zur wohl bekanntesten Abfahrt in Kitzbühel, der Streif-Familienabfahrt. Über uns kreisen die Hubschrauber, denn erst vor wenigen Tagen ging hier das Hahnenkammrennen über die Bühne (siehe dazu unten auch das Interview mit Christian Wörister von KitzSki) und der Abbau der unzähligen Fangzäune, Tribünen, des spektakulären Starthauses und vielem mehr ist mitten im Gange. Auf der Streif-Familienabfahrt kann man große Teile der Rennstrecke hautnah erleben, steile Stellen aber natürlich umfahren. Anhand der Streckenmarkierungen und Zäune sieht man ziemlich genau, wo die Strecke verläuft – und kommt aus dem Staunen kaum heraus. Denn die Abfahrt mit ihren Schlüsselstellen Mausefalle, Steilhang, Gschöss, Lärchenschuss oder Hausbergkante ist in Falllinie wirklich extrem steil. Die Familienabfahrt hat zum Glück zahlreiche Umfahrungsmöglichkeiten, so dass auch weniger Geübte problemlos hinab bis in die Gamsstadt Kitzbühel gelangen. Hier überqueren wir zu Fuß die Straße und steigen direkt in die traditionsreiche Hahnenkammbahn ein, die bald 30 Jahre auf dem Buckel hat.


Eine Gondelfahrt mit Christian Wörister (Vorstand KitzSki)

Im Anschluss lassen den Hahnenkamm hinter uns und düsen hinab zum Steinbergkogel-8er-Sessellift. Oben an der Bergstation ergibt sich ein fantastischer Panoramablick, bevor wir über die Abfahrt zum Kasereck-Sessellift die spektakuläre 3S-Gondel erreichen. Sie verbindet seit 20 Jahren den Pengelstein mit den Pisten von Jochberg. Das "schwebende Wunderwerk" verläuft über den Saukasergraben, der an der höchsten Stelle 400 Meter unter den Gondeln liegt – die Fahrt ist ein ganz besonderes Erlebnis.

Hochalpines Flair und sensationelle Panoramen

Angekommen in Jochberg, dürfen wir keine Zeit verlieren – es sind noch einige Liftfahrten zu absolvieren, bis wir zum Wendepunkt der Tour kommt. Zunächst fahren wir auf roten oder blauen Pisten zu den Liften Bärenbadkogel I und Bärenbadkogel II, danach über die Trattenbach-Piste zum Zweitausender-Sessellift (8er-Sessellift, Baujahr 2012). Dieser bringt uns auf 1995 Meter Höhe und somit zum höchsten Punkt unserer KitzSkiWelt Tour.


Und wie bestellt, setzt sich hier oben endlich die Sonne so richtig durch und begleitet uns über die leichten und mittelschweren, breiten und perfekt präparierten Pisten zu den Liften Hartkaser, Hanglalm und Resterhöhe. Hier oben bewegt man sich über der Baumgrenze durch das offene Gelände, das einen hochalpinen Eindruck hinterlässt. Gerne würden wir uns jetzt länger irgendwo niederlassen und einfach die Sonne genießen. Für uns reicht es jedoch gerade mal für einen 20-minütigen Einkehrschwung in der bekannten Panorama-Alm am Hartkaser, die als eine der besten Hütten im Skigebiet gilt: große Sonnenterrasse, tolles Panorama, drinnen gemütlich und viel Trubel, in der Almbar housige Musik! Nach fünf Mal Kopfnicken müssen wir aber auch schon wieder los, der Weg zurück ist weit.


Und auch komfortabel, denn nach der langen Zweitausender-Abfahrt (Nr. 75) erwarten uns zwei Liftfahrten mit den nigelnagelneuen Anlagen im Skigebiet KitzSki, die vor dem Winter 2023/24 eingeweiht wurden. Trattenbach und Gauxjoch wurde von der Firma Leitner erstellt und bieten vollen Komfort mit Sitzheizung, leicht getönten Wetterschutzhauben und bequemen Premiumsitzen. Die Geschwindigkeit und Förderleistung der Anlagen konnten mit dem Neubau verdoppelt werden, zudem wurde das "Intelligent Heat Detector-System (IHD)" verbaut, dass den Sitz nur heizt, wenn er belegt ist. Das spart jede Menge Energie!


Energie ist auch bei uns ein Thema, denn die geht langsam aus, als wir schließlich an der Talstation Pengelstein ankommen und in den Shuttle-Bus steigen, der uns zur KI-West-Gondelbahn bringt. Zum Glück können wir so rund 15 Minuten durchschnaufen, bevor es auf die finale Etappe geht. Mittlerweile ist es 14:30 Uhr, wir geben also Gas, sesseln den Windauberg hinauf und stürzen uns in die über 5,5 Kilometer lange Abfahrt (über die 117 Fleidingabfahrt und 111 Skiabfahrt Windau) zur Choralmbahn. Die Beine brennen, als wir in die Gondel steigen, doch jetzt haben wir es fast geschafft. An der Bergstation gönnen wir uns im Panoramarestaurant Choralpe noch einen Aperol Spritz zum Abschluss der kräftezehrenden Tour. Hier ist übrigens das Restaurant Rice & Fries beheimatet, bei dem man keine klassischen Skihüttenessen auf der Speisekarte findet, sondern Gerichte wie Chicken Curry & Reis, Pulled Pork & Reis oder Falafel & Pommes - für den ein oder anderen Gast vielleicht mal eine willkommene Alternative zu Germknödel und Gulaschsuppe.


Als die Uhr kurz vor 16 Uhr zeigt, treten wir den Weg ins Tal an. Mit müden Beinen ist die Kandleralm Abfahrt mit ihren 5,2 Kilometern nochmal eine Herausforderung, doch am Ende kommen wir wohlbehalten an der Talstation Brixen im Thale an. Was für ein Tag, was für eine Tour!

Video: Schneehoehen auf der KitzSkiWelt Tour

Unserer Tipps für die KitzSkiWelt Tour

  • Früh starten, Ski wachsen und Vollgas geben
  • Die gesamte Tour (von Going zur Resterhöhe und wieder zurück, 88 km) ist nur etwas für Hardcore-Racer. Wer sich etwas Zeit lassen will und am Mittag auch eine kurze Pause einlegen möchte, der macht die Tour lieber an zwei Tagen oder kürzt deutlich ab. Selbst die KitzSkiWelt Tour mit Start in Brixen im Thale ist eine Herausforderung.
  • Unsere Hüttentipps: Alpengasthof Brechhornhaus in Westendorf (Top-Essen, ruhige Lage), Tomschy an der Bergstation Hahnenkamm ("Sehen und gesehen werden" / Für Luxusfans, fancy people und Schampusfreunde / teuer, aber gut), Panorama-Alm am Pass-Thurn (große Sonnenterrasse, einmaliger Ausblick, Almbar), Selbstbedienungsrestaurant Pengelstein (funktional und gut, tolle Sonnenterrasse). Insgesamt gibt es in der SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental rund 80 Skihütten, in KitzSki nochmal 60 – da ist mit Sicherheit für jeden etwas dabei!
  • Unserer Lieblingspisten:

SkiWelt: KI-West-Abfahrt Westendorf, Kummeralm Abfahrt Scheffau, Schmiedalm Ellmau
KitzSki: Streif-Familienabfahrt Kitzbühel, Fleck-Abfahrt Kirchberg (Nr. 25a), Zweitausender (Nr. 75), Griesalm (23)

Fazit

Die KitzSkiWelt Tour in ihrer vollen Länge ist nur etwas für absolute Vielfahrer. Wer die 88 Kilometer und 17.232 Höhenmeter an einem Tag bewältigen will, der muss morgens um 8 Uhr starten und wird nur ohne längere Pausen den kompletten Weg schaffen. Für uns war die Tour ab Brixen im Thale mehr als ausreichend, selbst die 64 Kilometer bringen wohl die meisten Skifahrer*innen an ihre körperlichen Grenzen. Die Highlights der Tour sind mit Sicherheit die Vielfältigkeit der Pisten, die Aussichten auf den Wilden Kaiser und die Hohen Tauern, die unvergleichliche Qualität und Modernität der Bergbahnen in beiden Skigebieten und auch die hervorragenden Einkehrmöglichkeiten.


Ihr seid sportlich und Vielfahrer*in? Dann plant unbedingt euren nächsten Trip nach Tirol und erlebt die KitzSkiWelt Tour - es lohnt sich!

Interview mit Stefan Grafl, Chef der Bergbahnen Westendorf (SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental)

Video: Marius Quast auf der KitzSkiWelt Tour

YouTube-Influencer und Skilehrer Marius Quast machte es im vergangenen Jahr besser als wir und bewältigte mit Ach und Krach die komplette KitzSkiWelt Tour. Absolute Empfehlung für das Video, ansehen lohnt sich!

KitzSki Facts 2023/24 © KitzSki