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Ski und Snowboard selbst wachsen

Vorbereitung auf die Wintersaison

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen kühler und in den Höhenlagen fällt der erste Schnee: Der Winter steht vor der Tür und mit ihm auch die neue Skisaison. Vor der ersten Pistenabfahrt sollten Skier, Snowboards und das gesamte Material überprüft, gewartet und auf den neusten Stand gebracht werden.

Vor der ersten Abfahrt in die Skisaison
Vor der ersten Abfahrt: Skiausrüstung checken!
© Fischer Sports GmbH

Check von Ski und Snowboard

Zum Start der neuen Skisaison sollte man zunächst seine Skier oder sein Snowboard einer kritischen Prüfung unterziehen. Ist das Material unbeschädigt und passt die Skilänge noch zum eigenen Können und Fahrstil? Vor allem bei Kindern und Jugendlichen sollte zudem darauf geachtet werden, ob die Länge der Skier oder des Boards noch der Körpergröße entspricht.

Eignen sich die Skier oder das Snowboard noch für eine weitere Saison, dann sollte ein umfassender Service mit Schleifen der Kanten, Wachsen und eventueller Reparatur von kleineren Beschädigungen oder Macken im Belag gemacht werden. Dies ist für den Fahrspaß auf der Piste, aber auch für die Sicherheit unerlässlich. Denn mit einer abgefahrenen Wachsschicht macht das Fahren keinen Spaß und mit stumpfen Kanten finden Skier und Boards keinen Halt auf harten oder vereisten Pisten. Außerdem schont regelmäßiges Wachsen das Material, denn der Belag wird so geschützt und weniger abgenutzt.

Den Ski-Service kann man entweder in einem Sportfachgeschäft durchführen lassen oder selbst in Angriff nehmen. Mit etwas Übung, dem richtigen Equipment und einigen wichtigen Tipps kann jeder seine Skier oder sein Snowboard selbst präparieren und wachsen.

Ausbessern des Skibelags

Repair Candle und Powder von Toko
Repair Candle und Powder
© Toko-Swix Sport AG / www.toko.ch

Wenn im Belag der Skier oder des Snowboards kleine Beschädigungen zu finden sind – entstanden etwa durch das Überfahren eines Steins – kann man dies relativ einfach selbst reparieren.

Dazu benötigt man lediglich eine Kupferbürste zum Reinigen des Belags, eine Repair Candle und eine Karosseriefeile. Außerdem sollte man einen Schraubstock oder eine ähnliche Halterung haben, in die man das Brett einspannen kann.

Zunächst muss die Lauffläche der Skier oder des Boards mit der Kupferbürste gereinigt werden. Ist der Belag sauber, zündet man die Repair Candle an. Das Material der Kerze verflüssigt sich durch das Anzünden und lässt sich tröpfchenweise auf die beschädigte Stelle aufbringen. Ist die Macke wieder gut gefüllt, löscht man die Repair Candle und lässt die Masse rund 20 Minuten erkalten und aushärten. Anschließend hobelt man mit der gerade aufgelegten Karosseriefeile das überstehende Material ab. Zum Schluss kann man entweder erneut mit der Kupferbürste oder mit einem feinen Schmirgelpapier für den Feinschliff sorgen.

Schleifen der Kanten

Damit man den richtigen Grip auf harten und vereisten Pisten hat, sind scharfe Kanten sehr wichtig. Wer seine Kanten selbst schleifen möchte, der braucht eine Feile (am besten eine Worldcupfeile verwenden), einen Aluoxyd-Schleifstein, einen Feilenhalter, einen Winkel, eine Klemme, um die Feile und den Stein zu halten, und eine Diamantfeile.

Außerdem sollte man das Brett in einem Schraubstock sicher befestigen und bei Skiern die Bremsen an der Bindung mit einem Gummi hochbinden.

Material zum Schleifen von Ski- und Snowboardkanten
Weltcupfeile, Diamantfeile, Winkel und Feilenhalter © Toko-Swix Sport AG / www.toko.ch

Zuerst schleift man die Außenkante an der Belagsseite. Das wird auch "Abhängen der Kante" genannt, da man in leicht abgeschrägtem Winkel schleift. Üblich ist für Freizeitsportler ein Winkel von 88 Grad. Um diesen Winkel einzuhalten, legt man die Feile in einen Feilenhalter und schleift dann die Kanten ab.

Anschließend sind die seitlichen Kanten an der Reihe. Hier muss man zunächst Verhärtungen mit einem Aluoxyd-Schleifstein entfernen. Verhärtungen entstehen, wenn man mit seinen Skiern über einen Stein fährt und das Material dadurch zusammengepresst wird. Zum Entfernen befestigt man den Schleifstein mit der Klemme am Winkel und fährt so lange an der Kante entlang, bis die Verhärtungen verschwunden sind.

Im dritten Schritt erfolgt dann das Schleifen der Seitenkanten. Dazu tauscht man den Schleifstein gegen die Feile aus und fährt mehrmals in Laufrichtung mit einem leichten Druck über die Kanten. Ob die Kanten scharf sind, kann man mit dem Fingernagel testen. Zum Abschluss poliert man die Kanten mit eine Diamantfeile.

Skier und Snowboard selbst wachsen

Zum Wachsen von Skiern oder Snowboard benötigt man eine Kupfer- oder Bronzebürste, einen alten Lappen, das passende Wachs, ein Bügeleisen und eine Abziehklinge. Das Brett zum Wachsen am besten auf eine Werkbank oder auf einen alten Tisch mit Halterungen gerade auflegen, bei Skiern sollten die Bremsen der Bindungen mit einem Gummi nach oben gebunden werden.


Video: © hsmedia-design.de

Im ersten Schritt entfernt man das alte Wachs und anderen Schmutz von der Lauffläche, in dem man die Skier bzw. das Board mit der Kupferbürste in Laufrichtung abbürstet. Mit dem alten Lappen wischt man danach auch die kleinsten Schmutzpartikel vom Belag.

Nach dem Säubern das Bügeleisen einschalten und den Wachsblock mit Hilfe des Eisens schmelzen. Das Wachs dabei gleichmäßig auf den Belag tropfen lassen. Anschließend wird das Wachs mit dem Bügeleisen in den Belag eingebügelt.

Dabei ist es sehr wichtig, auf die Temperatur des Bügeleisens zu achten. Für die meisten Wachse ist eine Temperatur von 120 bis 130 Grad optimal. Wird das Bügeleisen zu heiß, dann raucht das Wachs und der Belag kann stark beschädigt werden. Deshalb sind ausgediente Haushaltsbügeleisen nicht gut zum Wachsen von Skiern geeignet, da diese die Temperatur nicht konstant halten. Besser ist, ein spezielles Wachsbügeleisen zu benutzen. Hier kann man die Temperatur gradgenau einstellen und die Hitze wird konstant gehalten.

Material zum Wachsen von Skiern
Material zum Ski wachsen
© Toko-Swix Sport AG / www.toko.ch

Beim Einbügeln des Wachses sollte man nicht mit zu viel Druck arbeiten und das Bügeleisen gleichmäßig über die Lauffläche ziehen.

Nach dem Wachsen lässt man die Masse mindestens eine halbe Stunde auskühlen und erhärten. Danach zieht man das überschüssige Wachs mit der Abziehklinge in Fahrtrichtung von der Lauffläche und den Kanten ab. Im letzten Schritt legt man die Struktur des Skis oder des Snowboards durch Bürsten mit der Kupferbürste wieder frei. Wer möchte, kann die Bretter für das ultimative Finish noch mit einer Rosshaar- oder Nylonbürste polieren.

Wichtig: Zum Wachsen sollte der Ski oder das Board nicht zu kalt sein. Werden die Bretter im kühlen Keller gelagert, so sollte man sie einige Stunden vor dem Wachsen in die Wohnung stellen. Nur wenn das Material warm ist, öffnen sich die Poren des Belags und das Wachs kann tief genug eindringen.

Das richtige Wachs

Wer seine Skier selbst wachsen möchte, der muss sich zuerst für das richtige Wachs entscheiden, da es auf dem Markt viele verschiedene Sorten Wachs zur Auswahl gibt.

Verschiedene Wachsarten für Langlaufski
Verschiedene Wachsarten
© Toko-Swix Sport AG / www.toko.ch

Bei der Wahl des richtigen Waches müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden: Temperatur, Feuchtigkeit und Schneekörnung. Den größten Einfluss auf die Wachswahl, und für Freizeitsportler als Kriterium ausreichend, hat die Temperatur.

Auf jeder Wachspackung steht eine Temperaturangabe, für die das Wachs geeignet ist. Meist werden drei Sorten für die verschiedenen Temperaturstufen angeboten: Ein Wachs für warme Temperaturen um den Gefrierpunkt, ein Wachs für mittlere Temperaturen bis –10°C und ein Wachs für kältere Temperaturen. Wer seine Bretter einige Zeit im Voraus wachsen möchte, wählt am besten ein Wachs der mittleren Kategorie.

Zum Wachsen von Skiern verwendet man in der Regel Heißwachs, das mit einem Bügeleisen aufgetragen wird. Im Handel werden aber auch Flüssig- oder Express-Wachssorten angeboten. Diese haben den Vorteil, dass sie schneller und ohne großes Equipment aufgetragen werden können. So muss man das Express-Wachs lediglich mit einem Schwamm auf die Lauffläche auftragen, trocknen lassen und anschließend polieren.

Diese Wachssorten haben jedoch den Nachteil, dass sie sich viel schneller als Heißwachs abnutzen. Außerdem bieten sie nicht die gleiche Pflegewirkung und Gleiteigenschaften. Sie eignen sich daher für den Einsatz zwischen zwei Heißwachs-Behandlungen, stellen jedoch keinen gleichwertigen Ersatz dar.

Wachsentferner

Wer sich das Reinigen der Skier oder Snowboards mit Bürste und Lappen sparen möchte, der kann auf Wachsentferner zurückgreifen. Der flüssige Wachsentferner wird entweder auf die Lauffläche gesprüht oder gegossen und dann mit einem alten Lappen verrieben. Dabei lösen sich die alten Wachsreste und der Schmutz vom Belag.

Wachsen von Langlauf-Ski

Das Wachsen von Langlauf-Skiern funktioniert grundsätzlich nach dem gleichen Prinzip. Die Gleitzonen der Skier werden – ähnlich wie beim Alpin Ski – mit einem Gleitwachs behandelt, um so eine optimale Gleitfähigkeit der Skier zu erreichen. Die Steigzone beim klassischen Langlauf-Ski wird dagegen mit einem Haftwachs gewachst, damit eine gute Kraftübertragung vom Körper auf die Skier erfolgen kann. Als Steigzone bezeichnet man den Bereich direkt unterhalb der Bindung.

Bei den Nowax-Skiern, die eine mechanische Steigzone (beispielsweise durch Schuppen) besitzen, muss die Steigzone nicht gewachst werden. Hier werden lediglich die Gleitzonen gewachst.

Was brauche ich?

Material zum Präparieren von Ski und Snowboard

Allgemein

  • Werkbank oder alter Tisch
  • Schraubstock oder andere Befestigung für das Brett
  • Gummi zum Festbinden der Bremsen bei Skiern

Skibelag ausbessern

  • Kupferbürste
  • Repair Candle oder Repair Powder
  • Karosseriefeile

Kanten schleifen

  • Worldcupfeile
  • Aluoxyd-Schleifstein
  • Feilenhalter
  • Winkel
  • Klemme
  • Diamantfeile

Wachsen

  • Kupfer- oder Bronzebürste
  • alter Lappen
  • Wachs
  • Bügeleisen
  • Abziehklinge
  • Rosshaar- oder Nylonbürste zum Polieren