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Unterwegs im Skigebiet Ratschings-Jaufen - ein Tag ohne Skier

Das Skigebiet Ratschings-Jaufen im Südtiroler Ratschingstal befindet sich circa elf Kilometer südwestlich von Sterzing, im äußersten Südosten der Stubaier Alpen. Die Talstation liegt in Bichl, einem kleinen Ortsteil der Fraktion Innerratschings, die wiederum zur Gemeinde Ratschings gehört. Um nach Bichl zu kommen, kann man den nahegelegenen Jaufenpass nutzen.

Blick über Bichl
Blick über Bichl © Schneemenschen GmbH

Das Skigebiet beginnt auf einer Höhe von 1.290 m an der Talstation der Einseilumlauf-Gondelseilbahn Ratschings-Jaufen, deren Bergstation auf 1.850 m liegt. Der höchste Punkt des Skigebiets befindet sich auf circa 2.150 m  an der Bergstation des Saxner-Lifts. Hier gibt es 25 km bestens präparierte Pisten der Kategorie leicht bis mittel, die man mit 8 modernen, insgesamt 8.700 m langen, Liftanlagen der Firma LEITNER ropeways erreichen kann. Eine davon ist der Enzian-Lift. Er wurde in der Saison 2016/17 eröffnet und ist der erste 8er-Sessellift Italiens.

Das Skigebiet besteht aus zwei Teilen: Jaufen und Ratschings. Jaufen liegt direkt am Jaufenpass. Hier gibt es einen Lift, den Kalcheralm- oder Jaufenlift, der von der Kalcheralmlift GmbH betrieben wird. In Ratschings befinden sich die anderen Lifte des Skigebiets, die von der Ratschings-Jaufen GmbH geführt werden. Beide Skigebiete sind durch zwei leichte Pisten verbunden und ergeben zusammen das Skigebiet Ratschings-Jaufen.

Zu Gast bei Familie Schölzhorn

Wir haben schon viel über das Skigebiet gehört und wollen uns das Ganze einmal selbst anschauen. Zur Abwechslung möchten wir gerne einen Tag im Skigebiet ohne Skier verbringen. Anfang Januar fahren wir also nach Südtirol und checken im Hotel Schölzhorn ein. Wir merken schnell, dass wir eine gute Entscheidung getroffen haben, werden wir doch herzlichst im Hotel empfangen. Wir bringen das Gepäck auf unsere Zimmer und können auch schon relativ zeitnah zum Abendessen gehen, da wir erst am späten Nachmittag angereist sind. Einmal pro Woche gibt es im Schölzhorn vor dem Abendessen einen Sektempfang mit Häppchen und wir haben Glück, denn genau heute ist einer dieser Tage.

Im Speisesaal werden wir von der guten Seele des Hauses, Renate, begrüßt und zu einem Gläschen Sekt eingeladen. Dazu gibt es Antipasti und Pizzateile. Alle Gäste treffen sich zum gemütlichen Plausch. Man merkt schnell, dass hier eine nette, familiäre und freundschaftliche Atmosphäre herrscht. Einfach nur zum Wohlfühlen. Nach einem ersten Kennenlernen geht’s zu den Tischen.

Gesellige Runde im Hotel Schölzhorn
Gesellige Runde © Schneemenschen GmbH

Zu essen gibt es immer fünf Gänge, zuerst einen selbst zusammengestellten Salat vom üppigen Salatbuffet, danach eine Suppe aus dem Topf, an dem man sich selbst bedienen kann. Der Zwischengang, in unserem Fall gebratene Ente auf Risotto, sieht köstlich aus. Bis jetzt ist das Essen sehr lecker und wir warten gespannt auf den Hauptgang. Wir können aus zwei verschiedenen Gerichten wählen, also nehmen wir einmal Zwiebelrostbraten mit Schupfnudeln und einmal gebratenen Lachs mit Petersilienkartoffeln. Unsere Bäuche sind schon längst voll, aber dem leckeren Nusshalbgefrorenen mit einem dekorativen Schmetterling aus Hippenteig können wir nicht widerstehen. Das Essen war wirklich köstlich und zur besseren Verdauung bringt Hotelchef Josef noch einen Schnaps . Danach müssen wir schnell ins Bett.

Auf ins Skigebiet

Morgens, nach einem ausgewogenen Frühstück vom Buffet, geht es für uns los zur Gondelbahn. Die Talstation ist neu und modern. Es gibt einen riesigen, über zwei Stockwerke verlaufenden, Ski- und Rodelverleih, der sehr gut bestückt ist. Außerdem ist ein großes und topmodernes Skidepot in der Talstation untergebracht. Das Depot hat eigens in jedem Schrank eine Belüftungs- und Desinfizierungsanlage eingebaut, so dass man immer trockene und saubere Skischuhe hat. Wir sperren hier unsere Helme weg, da wir diese erst später am Tag brauchen. Direkt neben der Talstation gibt es ein Parkhaus für die Touristen. Aber auch ein kostenloser Skibus fährt alle 30 Minuten zur Station. An der Piste befindet sich ein Restaurant mit einer Outdoor- und einer Schirmbar. Hier läuft Après-Ski-Musik und es werden bereits Vorbereitungen für den Mittag getroffen.

Wir steigen in die Gondel der Seilbahn, die erst 2009 von LEITNER ropeways neu gebaut wurde, und fahren hoch zur Bergstation. Wir haben wahnsinniges Glück, das Wetter spielt mit, blauer Himmel, geschlossene Schneedecke, perfektes Kaiserwetter. Wir gehen zum Enzian-Lift und schauen uns diesen neuen 8er Sessellift an, den ersten in ganz Italien, Hightech pur. Direkt neben dem Enzian-Lift entdecken wir Armin’s Waldhütte. Von dieser Hütte haben wir bereits gehört, sie wurde von den Lesern der Tageszeitung “Dolomiten” zur schönsten Skihütte Südtirols 2015 gekürt. Für uns ist aber noch keine Zeit einzukehren, deshalb suchen wir nun den Zugang zum Panoramaweg. Dieser verläuft zusammen mit der Höhenloipe Platschjoch, die 16 km lang ist und heute Morgen schon gespurt wurde. Der Wanderweg ist unberührt und wir haben Vergnügen dabei, die ersten Spuren in den Schnee zu ziehen.

Wir wandern zur Kalcheralm

Panoramawanderweg und Leki-Wanderstöcke
Leki Wanderstöcke © Schneemenschen GmbH 

Unser Ziel ist die circa 2 km entfernte Kalcheralm. Warm angezogen und gerüstet mit unseren Leki-Wanderstöcken – ohne die wir nicht mehr wandern möchten – gehts also los. Der Weg liegt noch im Schatten und ist umringt von schönen Tannenbäumen, die über und über mit Schnee behangen sind. Überall glitzert und blinkt der Schnee im Sonnenschein. Ein wahnsinnig schöner Anblick. Wir bleiben erst einmal eine Weile stehen und genießen die Atmosphäre. Um uns herum herrscht eine selige Stille, links schauen wir auf die tolle Bergkulisse und rechts erstrecken sich weite unberührte Schneefelder, die funkeln und nur von schneebedeckten Bäumen und kleinen Holzhütten unterbrochen werden. So ein Anblick ist für uns “Flachländer” eher selten.

Nach einer Weile reißen wir uns los und wandern weiter. Immer wieder sehen wir von Weitem einen der Leitner-Lifte. Manchmal kommen uns andere Wanderer und Langläufer entgegen. Wahrlich ein schönes Fleckchen Erde, das wir hier gefunden haben. Nach etwa einer Stunde – wir haben einige Zeit mit Staunen, Fotografieren und Schneeengeln verbracht – kommen wir beim Jaufenlift und der Kalcheralm an. Es ist fast Mittag und einige Skifahrer sitzen schon auf der sonnigen Terrasse. Wir schauen uns um und gehen natürlich auch in die Alm. Alles ist gemütlich eingerichtet und das Personal empfängt uns freundlich. Wir dürfen uns alles ansehen und Fragen stellen, auch die Küche und das Küchenteam besuchen wir. Und dann bekommen wir Hunger, denn das Essen in der Küche sieht sehr gut aus.

Mittagessen in der Kalcheralm

Jaufenlift an der Kalcher-Alm
Jaufenlift © Schneemenschen GmbH

Wir bestellen uns zwei traditionelle Gerichte, einmal Spaghetti Carbonara und einmal gebackenen Fleischkäse mit Bratkartoffeln und Spiegelei. Dazu gibt es ein alkoholfreies Weizen und ein Skiwasser (Himbeersirup mit Mineralwasser). Das Essen kommt schnell und die Portionen sind groß und lecker. Perfekt nach einer Wanderung. Später setzen wir uns noch in die Sonne und genießen das Leben. Wir stellen fest, dass die Kalcheralm ein beliebter Treffpunkt für Familien und Freunde ist. Während die einen wandern und die anderen die Hänge runterbrettern, kann man sich nach den unterschiedlichen Aktivitäten hier zum gemeinsamen Mittagessen in der gemütlichen Hütte treffen.

Für uns wird es langsam Zeit zum Aufbruch. Wir wandern über den Panoramaweg zurück. Und immer wieder sammeln wir neue tolle Eindrücke, die uns am Morgen verborgen geblieben sind. Die Wolken werfen schöne Schatten auf die umliegende Berglandschaft. Alles sehr beeindruckend und man kann hier einfach gut Kraft tanken. Etwa 45 Minuten sind wir unterwegs, bis wir zurück an der Bergstation sind. Die Wanderung war wirklich toll und ist jedem zu empfehlen, man sieht beim Wandern einfach mehr als beim Skifahren.

Ab auf die Rodelbahn

Als zweiten Programmpunkt haben wir uns vorgenommen, zurück ins Tal zu rodeln. Dazu fahren wir mit der Gondel zuerst zurück zur Talstation. Dort bringen wir unsere Leki-Wanderstöcke in den Schrank im Skidepot und nehmen dafür unsere Helme mit. Danach gehen wir zum Rent and Go Ratschings und leihen uns Rodel aus.

Mitarbeiter und Schlittenabteilung des Rent and Go Ratschings
Rent and Go Ratschings © Schneemenschen GmbH

Die Mitarbeiter erklären uns noch, wie man bremst und lenkt. Im Grunde ist es ähnlich wie beim Reiten, man hat die “Zügel” des Schlittens in der Hand und zieht sie in die Richtung, in die man möchte, zusätzlich drückt man noch das gegenüberliegende Bein an den Schlitten. Die Beine sind immer oben direkt am Schlitten und nur zum Bremsen gehen sie nach unten, dann muss man die gesamte Fußfläche in den Boden drücken.

Gut informiert fahren wir zusammen mit “die Rodeln” nochmal hoch zur Bergstation der Ratschings-Jaufen-Bahn. Man kann auch zu Fuß hinauflaufen: Dazu nimmt man den Forstweg und ist etwa zwei Stunden unterwegs. Da es schon so spät ist, nehmen wir die Gondel. Der Einstieg zur mittelschweren Schlittenbahn liegt direkt hinter der Bergstation, sie ist 4,9 km lang, geht bei 1850 m.ü.d.M los und endet an der Talstation auf 549 m.ü.d.M..

Und los geht der Spaß

Einstieg zur Rodelbahn in Ratschings-Jaufen
Rodelbahn Ratschings-Jaufen © Schneemenschen GmbH

Wir düsen Richtung Tal und finden es einfach spitze. Die Landschaft saust an uns vorbei. Immer wieder treffen wir andere kleine und große Rodler. Die Piste ist gut präpariert, auch jetzt am Nachmittag kann man noch prima darauf fahren. Es gibt fast keine Buckel, was uns sehr gut gefällt. Wir fahren gemütlich die Serpentine nach unten und die Talstation kommt immer näher. Das letzte Stück ist etwas steil, dort fahren wir einfach, wie beim Skifahren, in Kurven runter. Die Kids, die eindeutiger mutiger sind, düsen im “Schuss” nach unten. Unten angekommen schütteln wir uns kurz aus, klopfen den Schnee ab und bringen unsere Schlitten zurück. Das hat wirklich Spaß gemacht!

Fazit:

Ein Tag im Skigebiet ohne Skier ist wirklich zu empfehlen, wenn man mal Abwechslung möchte. Langweilig wird es ganz sicher nicht, es gibt immer genug zu tun. So sieht man das Skigebiet auch mal aus einer ganz anderen Perspektive. Auf jeden Fall eine gute Alternative zum Skifahren. Wir möchten aber natürlich noch einmal zurückkommen und die Pisten auf Brettern erobern. Allerdings werden in unsere Skiurlaube künftig auch immer den ein oder anderen Tag abseits der Piste einbauen.

Sonne genießen auf der Terrasse der Kalcher-Alm
Sonnenterrasse Kalcher-Alm © Schneemenschen GmbH
Frau auf Rodel an der RudiRun auf der Plose

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