Rodelspaß im Zillertal © Zillertal Tourismus GmbH / Christoph Johann

Richtig rodeln: Tipps zum sicheren Verhalten beim Schlittenfahren

02.01.2024
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Schlittenfahren gehört im Winterurlaub bei Familien zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Egal, ob man auf einer langen Winterrodelbahn gen Tal fährt oder nur einen einfachen Hang hinunter rodelt, der Spaß ist für Erwachsene und Kinder groß. In vielen Winterregionen kann sogar am Abend auf beleuchteten Rodelstrecken geschlittelt werden. Doch nicht nur nach zünftigen Hüttenabenden werden die Gefahren des Schlittenfahrens oft unterschätzt. Das bestätigen die Statistiken: Allein in der Schweiz werden jährlich 6000 Menschen mit Verletzungen nach Rodelunfällen behandelt, in Österreich kam es 2022 zu zwei tödlichen Unfällen beim Winterrodeln.


Damit euer nächster Rodelausflug am Berg nicht in einem Unfall oder gar im Krankenhaus endet, geben wir euch einige Tipps, die ihr beachten könnt.

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ADAC Luftrettung im Einsatz © ADAC Luftrettung / Florian Schmid

Studie aus Österreich: Rodeln ist alles andere als ungefährlich

Verschiedene Langzeitumfragen und wissenschaftliche Studien haben sich in den vergangenen zehn Jahren dem Schlittenfahren gewidmet. Dabei kam heraus: Weniger als 10 % der Rodler tragen auf dem Schlitten einen Helm. Das ist erstaunlich, erreicht man doch beim Schlittenfahren leicht Geschwindigkeiten von mehr als 20 km/h. Eine österreichische Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) mit der TU Graz zeigte: Hauptunfallursache von Rodlern sind Kollisionen mit unbeweglichen Objekten wie Bäumen oder Liftpfosten – und oft treten dabei Kopfverletzungen auf.


Der ADAC untersuchte im Jahr 2022 mit einem Crashtest die Auswirkungen auf einen Dummy bei einem Aufprall von 25 km/h auf eine Holzwand. Ergebnis: Die Kopfbelastung durch den Aufprall reduzierte sich mit Helm um mehr als 70 Prozent, die Wahrscheinlichkeit einer schweren Kopfverletzung (z.B. einer Schädelbasisfraktur) sank von 90 Prozent ohne Helm auf 10 Prozent mit Helm. Fazit: Helmtragen verringert die Gefahr von Kopfverletzungen signifikant.

ADAC-Crashtest: Aufprall eines Dummys auf eine Holzwand © ADAC/Sascha Kreklau

Tipps für Rodler und Schlittenfahrer

Schon die richtige Ausrüstung kann beim Schlittenfahren das Unfallrisiko verringern. Neben dem Helm sollte man Handschuhe, schneesichere Bekleidung, eine Skibrille und festes Schuhwerk mitbringen. Letzteres ist ganz besonders wichtig, denn beim Rodeln bremst man mit den Fersen oder der Fußsohle, die man in den Schnee „hackt“. Dafür muss die Sohle der Schuhe profiliert und hart sein, sonst bekommt man Probleme mit der fehlenden Bremswirkung. Man kann auch bremsen, in dem man die Sohle flach auf den Schnee stellt und den Schlitten vorne hochzieht – dann bremst der Schlitten mit dem Ende der Kufen. Aber auch hierbei sind Schuhe mit Profil klar im Vorteil.

Rodeln ist ein Spaß für die ganze Familie © Sebastian Lindemeyer

So sitzt man richtig auf dem Schlitten

Es gibt viele unterschiedliche Schlitten, die auch alle etwas unterschiedlich zu fahren sind. Der Standardschlitten, dessen Optik wohl jeder kennt, hat zwei Kufen und eine Sitzfläche mit Holmen, die für einen Erwachsenen und ein Kind so gerade groß genug ist. Moderne Schlitten haben meist eine Sitzfläche aus robustem Stoff, das ist bequemer und vor allem weniger rutschig - so flutscht man nicht so schnell vom Schlitten.


Für Alleinrodler sieht die beste Position auf dem Schlitten folgendermaßen aus: Eine Hand hält das Zug- und Steuerseil, eine Hand greift hinten an den Schlitten, beide Füße stehen auf dem Boden. Rodelt man als Erwachsener mit einem Kind, wäre die sichere Variante, wenn das Kind hinten sitzt und sich am Erwachsenen vorn festhält. Das wird aber in den seltensten Fällen so gemacht, weil das Kind so sehr wenig sieht und der Rodespaß deutlich leidet. Wenn das Kind vorn sitzt, gilt für den Erwachsenen: Kontrolliertes Fahren, das Kind am besten mit den Beinen etwas „einklemmen“ und mit dem Arm, der das Seil hält, zusätzlich stabilisieren.


So lenkt man richtig


Das Lenken des Schlittens gelingt am besten über eine Gewichtsverlagerung mit dem Oberkörper in die Kurvenmitte und durch das Stemmen eines Fußes mit dem Absatz in den Boden. Nutzt für die Linkskurve den inken Fuß, den rechten Fuß für die Rechtskurve.


Überholen und Verhalten beim Sturz


Vorsicht gilt vor allem beim Überholen auf Rodelbahnen. Es sollte immer genügend seitlicher Abstand gehalten werden und der Überholte lautstark gewarnt werden. "Achtung" oder "Aus der Bahn"-Rufe helfen, Kollisionen zu vermeiden. Und sollte es doch mal zum Sturz kommen: Das Seil des Schlittens auf jeden Fall festhalten, seitlich vom Schlitten abrollen und im Anschluss so schnell wie möglich die Bahn verlassen. Wie beim Skifahren gilt auch hier: Niemals hinter einer Kuppe oder einer Kurve auf der Strecke stehen bleiben!


Grundsätzlich gilt beim Rodeln: Sicherheit geht vor! Angepasstes Fahren verhindert Unfälle, ihr solltet immer Rücksicht auf andere Wintersportler nehmen. Besondere Vorsicht gilt bei ungesicherten Rodelhängen, denn hier können auch mal Straßenschilder, Bäume oder andere Hindernisse im Weg stehen. Auf Rodelbahnen immer genug Abstand halten und auf langsamere Rodler achten - dann sollte dem Rodelspaß nichts mehr entgegenstehen.

Grafik: Verhaltensregeln beim Schlittenfahren © Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu

Videos: Tipps zum richtigen Rodeln

Schlitteln ohne Unfall
Rodeln und Schlittenfahren – Tipps zum Bremsen und Lenken
Tipps und Tricks zum sicheren Rodeln bzw. Schlittenfahren vom Österreichischen Rodelverband

Video: Rodelbremsen - die Zukunft des Hobbyschlittens?

Rodelhandbremsen im Praxistest

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