Nachdem wir schon in der vergangenen Saison die erste Doubledeck-Version, das Carving D, testen konnten (den ausführlichen Testbericht findet ihr hier), haben wir uns nun auch die neuen Modelle Turning D und Rocking D unter die Füße geschnallt. Während das Carving-Modell nur in den Farben Schwarz und Weiß erhätlich ist, kommen das Turning D und das Rocking D mit frischen, farbigen Styles daher. Aber was unterscheidet die Boards voneinander? Und wie schlagen sich die patentierten Doubledeck-Technologien, insbesondere das einmalige CONVEX PRESSURE BOW SYSTEM® (CPS), im Praxiseinsatz?
Wir waren am Katschberg und der Gerlitzen in Österreich unterwegs und klären auf: Lohnt sich der Kauf eines Doubledeck-Boards?
Für Drehfreude, Flow und Verspieltheit in jedem Terrain. Das Turning D ist das perfekte DOUBLEDECK für Powder-Tage und All-Mountain-Abenteuer. Sein hybrides Profil sorgt für geschmeidige Drehungen, der weiche Flex macht es fehlerverzeihend – ideal für Anfänger und fortgeschrittene Rider gleichermaßen.
Für welche Rider: Dank gleicher Nose und Tail, radialem Sidecut und hohem Auftrieb ist das Board für Einsteiger hervorragend geeignet. Bestes Board auch für Tiefschneefahrer und alle, die ein leicht drehendes, spielerisches Board suchen.
Shape: True Twin Shape mit optionalem Setback von 1–4 cm im Tiefschnee. - Flex: Das Board selbst hat einen 3–4er Flex, durch den Bow ergibt sich ein 5–6er Flex – perfekt ausbalanciert zwischen Kontrolle und Komfort.
Facts
UVP: Zwischen 699,00 und 799,00 €
Für Freestyler, die Pop, Kontrolle und Kreativität lieben. Das Rocking D ist ein spielerisches Board, das in der Pipe und auf Rails für Action sorgt. Nose und Tail eignen sich perfekt zum Buttern und Pressen. Der kürzere Bow macht das Board besonders agil und sorgt für maximale Reaktion bei jedem Trick.
Für welche Rider: Für fortgeschrittene Rider und Freestyler, die ihr Board aktiv fahren und das Maximum aus Pop und Kantendruck holen wollen. Während das Turning D verzeihender ist, verlangt das Rocking D mehr Input – belohnt aber mit präzisem Feedback und explosiver Energie.
Besonderheit: Der Bow ist kürzer als bei allen anderen DOUBLEDECKS – das erhöht die Verspieltheit und ermöglicht kreative Tricks.
Shape: True Twin Shape mit optionalem Setback von 1–4 cm für Tiefschnee. - Flex: Das Board selbst hat einen 2–3er Flex, durch den Bow ergibt sich ein 4–5er Flex – perfekt für Freestyle mit Kontrolle.
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UVP: 899,00 €
Wir testeten die beiden neuen Boards von Doubledeck im Januar am Katschberg und auf der Gerlitzen Alpe bei unterschiedlichen Bedingungen. Erst harter, technischer Schnee, dann dank wärmerer Temperaturen etwas weicherer Schnee, dann kam auch noch Neuschnee dazu – perfekte Ausgangslage also für einen guten Test.
An der Grundkonstruktion der Doubledeck-Boards hat sich im Vergleich zu ersten Generation nichts verändert: Allem voran stehen die drei Technologien SUPERSLIDE RAILSYSTEM® (SRS), CONVEX PRESSURE BOW SYSTEM® (CPS) und INVERSE CONCAVE BENDING SYSTEM® (ICS). Kurz: Auf dem Hauptbrett montiert Doubledeck ein zusätzliches, vorgespanntes, gebogenes Brett, auf dem die Bindung montiert wird. Wer mehr über die Grundidee und das Konzept von Doubledeck erfahren möchte, der liest sich am besten auf doubledecksnowboards.com/#technologie schlau.
Das Turning D zeigte sich im Test sehr drehfreudig und verspielt. Das Board hat, wenn überhaupt, nur eine minimale Vorspannung (Camber) unter der Bindung und ist dank des Rockers in Nose und Tail und des erhöhten Stands superleicht zu drehen. Spannend: Obwohl man erhöht steht, hat man nicht das Gefühl, dass man zu wenig Kontakt zum Untergrund hat. Es ist zwar ein super gedämpftes Fahren mit schönem Rebound, das empfanden unsere Fahrer aber als positiv. In der Testgröße von 152 cm sorgte das Board für erstaunliche Kommentare der Tester. Einhellige Meinung: Erstaunlich jibby und leicht zu handeln. Wer gerne mit Tempo die Pisten herunterknallt, der sollte sich eher das Carving-Board (oder auch das Rocking D) von Doubledeck etwas näher anschauen. Aber für Anfänger, die sich an die ersten Turns wagen, oder für Fortgeschrittene, die mit vielen kurzen Schwüngen und Drehungen auf und neben der Piste unterwegs sind, ist das Turning D die richtige Wahl. "Ein lebendiges Allround-Board", "Guter Auftrieb", "weicher Flex", so weitere Kommentare der Schneehoehen-Tester, die die Allround-Tauglichkeit und Drehfreudigkeit als Hauptmerkmale hervorhoben. Das Turning D ist derzeit in den Farben pink, grün und rot (neue Farben sollen zur nächsten Saison kommen) in sechs Größen zwischen 143-158 cm erhältlich.
Ein anderes Profil als das Turning D weist das Freestyle-Brett Rocking D auf, das sich eher an fortgeschrittene Rider richtet. Das Rocking D gibt es in vier Größen (149, 152, 155, 158) und in den Farben grün, orange und rot. Der Bow ist deutlich kürzer als bei den anderen Boards, was es prädestiniert für Drehungen am Boden und in der Luft macht. "Schöner Pop", "gute Response", "fährt sich flowig" meinten unsere Tester. Hat man sich einmal an den etwas höheren Stance gewöhnt, machen Ausflüge von der Piste in den Park ebenso viel Spaß wie mit einem "normalen" Board. Für uns empfiehlt sich das Rocking D also insbesondere als drehfreudiges Freestyle- und Parkboard.
Unser Fazit: Die beiden neuen Boards von Doubledeck sind logische Weiterentwicklungen der Produktpalette des Snowboard-Herstellers. Für Anfänger, Allrounder und Powderrider ist das Turning D die richtige Wahl, Profis und Parkrider schauen sich das Turning D etwas genauer an, wer gerne mit viel Tempo die Pisten runtercarvt, der wählt das Carving D. Uns haben die Boards viel Spaß bereitet, insbesondere der gute Pop, die geringe Verkantungsgefahr und das kraftsparende Fahren durch die hervorragende Dämpfung überzeugen. Insgesamt muss man aber auch sagen: Durch die vielen Schrauben und beweglichen Teile (slidender Bow) bietet das Board mehr Angriffsfläche für Verschleiß und durch die Reibung kann es zu Quietsch-Geräuschen kommen – hier sehen wir noch Optimierungsbedarf. Außerdem gibt es beim Board-Service die Herausforderung, dass der Bow demontiert werden muss, bevor das Brett in eine Wachsmaschine darf. Genaue Anweisungen für die Demontage und anschließende Montage des Bows liegen zwar bei, jedoch spielt hier vielleicht nicht jede Werkstatt mit bzw. es ist mit Extrakosten zu rechnen. Der Hersteller empfiehlt, autorisierte Fachhändler für den Board-Service aufzusuchen. Manuelles Wachsen und Kantenschleifen ohne Maschine sollte allerdings ohne Probleme auch ohne Demontage des Bows möglich sein. Noch ein abschließendes Wort zu den Designs: Die sind natürlich Geschmackssache, wir empfanden sie als etwas langweilig, auch wenn die Farben schön sind und im Vergleich zur ersten Generation der Doubledeck-Boards, die es nur in schwarz und weiß zu kaufen gab, definitiv ein Schritt in die richtige Richtung bedeuten.
Unser Tipp: Wenn ihr die Chance habt, fahrt die Boards doch mal Probe und macht euch euer eigenes Bild – denn Fahrgefühl und Handling sind auf jeden Fall bemerkenswert gut!
Mehr zu den beiden getesteten Boards findet ihr auf der Website von Doubledeck: https://doubledecksnowboards.com/