War es das mit dem Sommerskifahren, auch in den kommenden Jahren? Nach dem Hintertuxer Gletscher und Zermatt hat auch Saas-Fee sein Sommerskigebiet vorübergehend geschlossen. Aufgrund der anhaltend hohen Temperaturen und der damit verbundenen Veränderungen der Schnee- und Gletscherverhältnisse bleibt das Sommerskigebiet von Saas-Fee ab Montag, 10. August 2026, bis auf Weiteres vorübergehend geschlossen.
Die Sicherheit der Gäste und Mitarbeitenden hat laut Saastaler Bergbahnen oberste Priorität. Trotz intensiver Präparationsarbeiten können die Pisten und die Gletscherinfrastruktur unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr in der erforderlichen Qualität und Sicherheit gewährleistet werden.
Die Entwicklung der Verhältnisse wird laufend überprüft und frühzeitig informiert, sobald die Bedingungen eine Wiederaufnahme des Skibetriebs zulassen.
Laut MeteoSchweiz lag die Schweizer Mitteltemperatur im Juli 2026 3.2 °C über der Referenzperiode 1991-2020 und belegte damit den 1. Rang seit Messbeginn 1864. Problem: Neben der warmen Temperaturen gab es verbreitet auch deutlich unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen. Regional wurden weniger als 20 % eines durchschnittlichen Juliniederschlags verzeichnet.
Noch vor wenigen Jahren konnte man am Hintertuxer Gletscher 365 Tage im Jahr die Ski anschnallen oder in Zermatt im Sommer neben Bike- und Wandertouren auch Wintersport betreiben. Durch den aktuellen Klimawandel dürfte das auch in den kommenden Jahren kaum mehr durchgängig möglich sein. Zu warm, zu trocken, zu gering die Schneeschicht, die die Gletscher der Skigebiete bis weit in den Sommer hinein bedeckt. Ob in Zukunft im August und September die klassischen Sommerskigebiete öffnen können, darf bezweifelt werden.
Einzig am Stilfserjoch, wo die Pisten aber auch ausschließlich in der Sommersaison geöffnet sind, ist derzeit noch Wintersport möglich.
Für Urlauber ist der Verlust von Sommerskitagen vor allem eine Einschränkung des Freizeitangebots. Für Skirennfahrer kann die Entwicklung deutlich problematischer sein. Nationalmannschaften und Nachwuchsteams nutzen die Gletscher traditionell, um bereits im Sommer auf Schnee zu trainieren. Reisen auf die Südhalbkugel sind sehr teuer und nur für wenige Verbände zu finanzieren – und somit dürfte die Kluft im Weltcup zwischen den großen und kleinen Nationen zumindest nicht kleiner werden.
War es das also mit dem Sommerskifahren in den Alpen? Nein, so pauschal kann man das nicht sagen. Weder am Hintertuxer Gletscher, noch in Zermatt oder Saas-Fee hat man sich von diesem Angebot bisher endgültig verabschiedet. Besonders hoch gelegene und klimatisch begünstigte Gletscher wie in Zermatt oder am Stilfserjoch können weiterhin Wintersport im Sommer ermöglichen. Was zunehmend verschwinden dürfte, ist die Vorstellung, im August oder September einfach in ein Gletscherskigebiet zu fahren und dort Bedingungen wie mitten im Winter vorzufinden. Und da die Zahl der Sommer-Skitage in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen ist, die Gletscher stark schrumpfen und ihre Funktion als natürliche Schneereservoirs verlieren, kann man sich als Urlauber nicht mehr darauf verlassen, dass die Gletscherskigebiete im Sommer geöffnet sind.
03.08.2026
Die anhaltend hohen Temperaturen, die fehlende nächtliche Abkühlung, wiederholte Gewitter sowie die veränderten Schnee- und Gletscherverhältnisse lassen einen sicheren und qualitativ hochwertigen Skibetrieb für Gäste derzeit nicht mehr zu.