Cookie Consent by Privacy Policies website Trocken oder schneereich? Wie wird das Wetter im Winter 2026/2027?
Viel Schnee oder lange Hochdruckphasen? Mild oder eisig? Wie das Winterwetter 2026/27 wird, wollen einige Modelle und Experten schon vorhersagen können. © Sebastian Lindemeyer

Wie wird das Wetter im Winter 2026/2027? Ein erster Blick auf die Modelle und Expertenmeinungen

13.08.2026
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Dies hier ist ein Langzeit-Wetterausblick auf den Winter 2026/27 aus dem Spätsommer/Herbst 2026.

Den wöchentlich aktualisierten Schnee- und Wetterbericht aus der Schneehoehen-Redaktion findet ihr ab Oktober wieder hier!

Meteorologen wagen erste Ausblicke

Einige Meteorologen, selbsternannte „Experten“ und datenbasierte Wettermodelle wagen schon im Spätsommer oder früh im Herbst einen Ausblick auf den Winter 2025/2026. Wird es viel schneien? Bleiben die Pisten in den Weihnachtsferien wieder mal grün oder können wir uns auf einen frühen Wintereinbruch freuen?


Die Schneehoehen-Redaktion hat sich schlau gemacht und stellt euch hier einige langfristige Wettervorhersagen vor. Aber Achtung: Alle Angaben sind wie immer ohne Gewähr! 😉

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Typisches Bild aus dem letzten Winter: Kein Schnee in den Lagen unterhalb von 1000 Metern und eine trocken-sonnige Wetterlage. © Meteomeldungen, MeteoSwiss App

Rückblick auf den Winter 2025/2026

Der Winter 2025/26 war in Deutschland milder, trockener und sonniger als im Klimamittel 1961-1990 – das berichtete der Deutsche Wetterdienst in seinem Rückblick auf den vergangenen Winter. Die kalte Jahreszeit 2025/2026 hatte ihren winterlichen Kern im Januar und hielt sich besonders im Norden und Nordosten, wo sich aber ja bekanntlich keine Berge befinden, am längsten. In den bayerischen Alpen und in den Hochlagen des Schwarzwalds bestand an den Alpen an rund 80 Tagen eine geschlossene Schneedecke. Insgesamt war der Winter aber in den Mittelgebirgen und südlichen Bergregionen niederschlagsarm. Mit rund 180 Stunden lag die Sonnenscheindauer im Winter 2025/2026 um rund 18 Prozent über ihrem Soll von 153 Stunden (1961 bis 1990). Maßgeblich trugen der zweitsonnigste Dezember seit 1951 sowie ein ebenfalls lichtreicher Januar zu dieser Bilanz bei. Der Februar präsentierte sich dagegen trüber und bremste den positiven Trend. An den Alpen erreichte die Wintersonne mit stellenweise über 300 Stunden ihre höchsten Summen.


In Österreich bilanzierte man den meteorologischen Winter (Dez-Feb) als relativ mild und trocken. Dabei war es insbesondere in den Bergen sehr mild und besonders in der Westhälfte Österreichs auch sehr sonnig, während es im Flach- und Hügelland sowie in den Becken des Südens hingegen vergleichsweise trüb und kalt war. Überdurchschnittlich sonnig war der Winter 2025/26 vor allem im Großteil von Vorarlberg, Tirol und Salzburg sowie im Salzkammergut. Die Schneehöhen blieben fast überall im Land deutlich unter dem langjährigen Mittel. Über die gesamte Fläche Österreichs gesehen, brachte der Winter 2025/2026 um 20 Prozent weniger Niederschlag als im vieljährigen Durchschnitt. „Das ist deutlich zu trocken, aber nicht so extrem wie im Vorjahr – der Winter 2024/25 brachte 44 Prozent weniger Niederschlag als im vieljährigen Durchschnitt“, sagt Klimatologe Alexander Orlik von der GeoSphere Austria.


Meteoschweiz berichtet in seinem Winterrückblick 2025/26 von hochdruckreichen Wetterlagen mit viel Sonnenschein, geringen Niederschlagsmengen und wenig Schnee. In den Nordalpen war es der zweittrockenste Winter seit 1991, in den Südalpen sogar der trockenste. Besonders große Defizite gab es von Dezember bis Anfang Februar (oft um -70 %). In dieser zentralen Phase des Winters fehlten ergiebige Schneefälle nahezu vollständig. Ab Mitte Februar schneite es dann vielerorts ergiebig, vom Wallis bis nach Graubünden war es bis Anfang März mit Anomalien von 75–150 % besonders niederschlagsreich. Der März hingegen blieb wieder sehr trocken.


Fazit: Nach einem warmen und oft nassen Winter 2023/24 folgte der sehr milde und sehr trockene Winter 2024/25. 2025/26 ging es ähnlich weiter, insbesondere von Dezember bis Ende Januar war es im Alpenraum mild und sehr trocken. Einige, vor allem nördliche Mittelgebirgsregionen, konnten hingegen einen soliden Winter verzeichnen – insbesondere die, die dank technischer Beschneiung eine gute Unterlage schaffen konnten.


Was bringt nun also der Winter 2026/27? Schauen wir mal rein in die Modelle...

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CFS Wettermodell (NOAA), Temperatur- und Niederschlagsabweichungen November, Dezember 2026 und Januar 2027

Die folgenden Grafiken sind die CFS-Modelldaten der "National Oceanic and Atmospheric Administration" (NOAA) mit dem Stand vom 13. August 2026.


Man erkennt gut, dass das NOAA-Modell CFS derzeit in seinen Berechnungen einen warmen Start in den Winter vorhersagt, die Karten des Dezember und Januar sind regelrecht alarmierend, zeigen sie doch eine dunkelrote Färbung in Mitteleuropa und somit eine vorhergesagte Mitteltemperatur, die zwischen 2-3 Grad über dem längjährigen Mittel liegt. Dabei soll es, nach dem jetzigen Stand der Berechnungen, relativ nass werden (siehe Karten weiter unten).


Allerdings: Das CFS-Modell ist erfahrungsgemäß äußerst labil in seinen Vorhersagen. So kommt es regelmäßig vor, dass im Juli noch von einem unterdurchschnittlich kalten Start in den Winter ausgegangen wird, im September hingegen das Modell sich um 180 Grad gedreht hat und die farbige Temperaturskala auf tiefrot steht. Man muss also konsultieren: Langzeitberechnungen sind einfach extrem ungenau.

NOAA-CFS-Modell: Temperaturabweichungen November 2026 im Vergleich zum langjährigen Mittel (1991-2020) © https://www.cpc.ncep.noaa.gov
NOAA-CFS-Modell: Temperaturabweichungen Dezember 2026 im Vergleich zum langjährigen Mittel (1991-2020) © https://www.cpc.ncep.noaa.gov
NOAA-CFS-Modell: Temperaturabweichungen Januar 2027 im Vergleich zum langjährigen Mittel (1991-2020) © https://www.cpc.ncep.noaa.gov

Interessant zu sehen: Wahrscheinlich auch aufgrund des "El-Niño"-Phänomens, das sich bis zum Ende 2026 mit sehr großer Sicherheit aufbauen und das Wetter in weiten Teilen der Erde beeinflussen wird, gehen die Modelle derzeit von einem nassen Winter 26/27 in Deutschland und den Alpen aus (siehe Grafiken unten).


Ob der erwartete "Super-El-Niño", der stärkste in der Aufzeichnungsgeschichte, sich wirklich auf das europäische Wetter auswirkt, ist allerdings umstritten. Deutlich sicherer ist, dass El-Niño (starke Erwärmung des Wassers vor Südamerika, abschwächende Passatwinde, später ein Zurückschwappen des Warmwassers vor die Küste) in Südamerika und in der Folge auch in einigen Staaten Ostafrikas für verheerende Überschwemmungen und in Südostasien, Ostaustralien und bis nach Südostafrika für Dürrephasen und Waldbrände sorgen wird.


Dem Science Media Center Germany sagte Prof. Dr. Johanna Baehr (Leiterin der Forschungsgruppe Klimamodellierung, Institut für Meereskunde, Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit (CEN), Universität Hamburg): „Für Europa bleibt ein El-Niño-Ereignis allerdings nur ein Einflussfaktor unter vielen. Mögliche Mechanismen sind insbesondere für den Winter untersucht worden. Für die Entwicklung der Sommertemperaturen über Europa sind die ungewöhnlich hohen Temperaturen im Nordatlantik zunächst von potenziell größerer Relevanz.”


Ähnlich sieht es an gleicher Stelle Prof. Dr. Andreas Fink (Professor für Meteorologie, Leiter der Arbeitsgruppe Tropische Meteorologie, Institut für Meteorologie und Klimaforschung, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Karlsruhe): „Für die Witterung in Europa lassen sich keine belastbaren Aussagen treffen. Das Ereignis ist dafür viel zu weit entfernt und das Signal wird durch zufällige, nicht vorhersagbare Witterungsschwankungen über dem extratropischen Atlantik zu stark überlagert." Es gebe zwar Studien, die einen Zusammenhang mit einem mildem Winter in Nordeuropa oder mehr Niederschlägen in Südeuropa im Frühjahr diskutierten, aber belastbare Auswirkungen können man nicht.

NOAA-CFS-Modell: Niederschlagsabweichungen November 2026 im Vergleich zum langjährigen Mittel (1991-2020) © https://www.cpc.ncep.noaa.gov
NOAA-CFS-Modell: Niederschlagsabweichungen Dezember 2026 im Vergleich zum langjährigen Mittel (1991-2020) © https://www.cpc.ncep.noaa.gov
NOAA-CFS-Modell: Niederschlagsabweichungen Januar 2027 im Vergleich zum langjährigen Mittel (1991-2020) © https://www.cpc.ncep.noaa.gov

Die Berechnungen von NOAA schwanken wie erwähnt meist recht stark. Auf den folgenden Links könnt ihr die obigen Bilder aus dem August 2026 mit den stets aktuellen CFS-Modellberechnungen vergleichen:


CFS Modell 2m-Temperatur Europa: https://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/CFSv2/htmls/euT2me3Mon.html


CFS Modell Niederschlagsmengen Europa: https://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/CFSv2/htmls/euPrece3Mon.html

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Winterprognose wetter.net

Der Wetterkanal wetter.net zählt zu den bekanntesten Deutschlands. Dominik Jung und sein Team ist nicht nur auf der Website und seinem Youtube-Kanal sehr präsent, sondern auch in großen Online-Ausgaben von Tageszeitungen wie dem Merkur. Aufgrund der exzessiven Clickbait-Überschriften und -Vorschaubilder ist wetter.net nicht ganz unumstritten, aber nun ja.


In einem Video von Anfang August 2026 blickt Jung ab Minute 8 auch auf die CFS-Karten und gibt seine Einschätzung dazu ab:

Eiswinter nach dem Hitzesommer? DAS sagen die neuen Langfristmodelle!

In einem Artikel auf Merkur.de spekuliert Jung über zwei Wetterszenarien für den Winter 2026/27: Ein milder Nass-Winter ohne größere Schneefälle im Flachland oder ein kippender Polarwirbel und eiskalter Winterschock in unseren Gefilden? Beides möglich, wissen kann man es nicht, laut Jung. Und eine Tendenz gibt es auch nicht. Und eine fundierte Meinung sowieso nicht.

DWD – Deutscher Wetterdienst

Der Deutsche Wetterdienst bietet den Service einer saisonalen Jahreszeitenvorhersage, die eher unpräzise Grafiken beinhaltet. Auf diesen erkennt man aktuell (Stand Mitte August), dass der Winter im Vergleich zum Zeitraum 1991-2020 höchstwahrscheinlich wärmer ausfallen wird – nicht wirklich eine gewagte These. In Bezug auf den Niederschlag geht der DWD von einem feuchteren Winter als im langjährigen Mittel aus, insbesondere im Süden und Südwesten des Landes.

Vorhersage Temperaturentwicklung Deutschland | Deutscher Wetterdienst © DWD - Deutscher Wetterdienst
Niederschlagswahrscheinlichkeitsvorhersage Deutscher Wetterdienst © DWD - Deutscher Wetterdienst

Bauernregel entgegen den Langzeittrends

An der ein oder anderen Bauernregel ist ja durchaus was dran, immer treffen sie allerdings zu. Ob eine sommerliche Bauernregel zu den Hundstagen das Wetter im Winter treffend beschreibt? Wer weiß, wer weiß. Auf jeden Fall heißt es: "Ist's von Petri bis Lorenzi heiß, dann bleibt der Winter lange weiß" – gemeint sind die Tage vom 1.-10. August. Und ja, das würde wohl jeder bestätigen, die Tage waren definitiv heiß. Darf man also Hoffnung auf einen weißen Winter haben?

WetterOnline: Der Unsinn von Jahreszeiten-Vorhersagen

Winterwetter laut Hundertjährigem Kalender

Im 17. Jahrhundert entwickelte Abt Mauritius Knauer einen Kalender zur Wetterbestimmung, den Hundertjährigen Kalender. Knauer ging davon aus, dass das Wetter vor allem von Mond, Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus und Merkur beeinflusst werde. Aktuell befinden wir uns in einem Merkurjahr, das vom 22. März 2026 bis 21. März 2027 geht. Laut Kalender wird der kommende Winter folgendermaßen:


Der November beginnt schön, entwickelt sich aber nass mit einigen Niederschlägen. Im Dezember sagt der Kalender drei Wetterphasen voraus, in denen viel Schnee fällt. Zum Ende des Jahres wird es "eisig kalt". Der Januar 2027 wird nach dem Kalender ebenfalls kalt und schneereich, bevor Ende Januar Beruhigung einkehrt und lediglich Mitte Februar nochmals Kälte einzieht und Ende Februar etwas Schnee fällt. Der März wird primär kalt und trocken.


Ob das wohl so kommt? Man darf so seine Zweifel haben.


Aus meteorologischer Sicht ist der Hundertjährige Kalender natürlich absoluter Humbug, das sei hier nochmal klargestellt. Wer sich dennoch dafür interessiert: www.100-jaehriger-kalender.com

Das meint die Schneehoehen-Redaktion

Natürlich hat auch die Redaktion von Schneehoehen eine fundierte Meinung zum Wetter im kommenden Winter. Und die lautet: Wie das Winterwetter 2026/2027 wird, kann man nicht vorhersagen. Es ist schlicht unmöglich, passgenaue Vorhersagen für Deutschland oder gar den gesamten Alpenraum zu treffen. So kann es zum Beispiel in den französischen Alpen ein Jahrhundertwinter geben, in den bayerischen Alpen aber gleichzeitig trocken und mild sein. Ob der Winter 2026/2027 viele Südweststaulagen bringt oder das Wetter oft aus nördlicher Richtung kommt wie im Januar 2019, als in Teilen Bayerns und Tirols 3-5 Meter Neuschnee gemessen wurden, das ist schlichtweg nicht vorherzusagen.


Grundsätzlich kann man hoffen, dass Frau Holle es gut mit uns meint und den Freeridern und Tiefschneefreunden etwas mehr Powder schenkt als in den vergangenen Wintern, die weitesgehend von Schneearmut geprägt waren. Wir drücken auf jeden Fall die Daumen!


In diesem Sinne, einen schönen Restsommer und Herbst! Und nicht vergessen:


Pray for snow!

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