Keine Räumung der Großglockner Hochalpenstraße

Touristenattraktion bleibt vorerst gesperrt

Update: Am Donnerstag, 07.05.2020, wurde nun doch mit der Räumung der Großglockner Hochalpenstraße begonnen. Die Straße soll so schnell wie möglich für den inländischen Tourismus geöffnet werden, spätestens jedoch am 28. Mai. Zunächst war die Räumung der Panoramastraße durch die Betreiber ausgesetzt worden, weil aufgrund der Unsicherheiten rund um die Corona-Pandemie nicht absehbar war, wann die Attraktion öffnen darf.

Erstmals in ihrer Geschichte wird die Großglockner Hochalpenstraße nicht von den Schneemassen geräumt. Wegen der Coronapandemie bleibt die Straße vorerst geschlossen. Die Betreiber hoffen nun auf eine Öffnung der Straße im Juni. Die Großglockner Hochalpenstraße gehört zu den Touristenhighlights Österreichs, jedes Jahr kommen bis zu 900.000 Besucher.

Schneeräumung Grossglocknerstraße in den Anfangsjahren
Schneeräumung Großglocknerstraße in den Anfangsjahren um 1935 © Grohag

Die aufwendigste Arbeit im Jahreslauf

Die Frühjahrsschneeräumung der 1935 eröffneten Großglockner Hochalpenstraße war traditionell die aufwendigste Arbeit im Jahreslauf der 48 Kilometer langen Panoramastraße durch die Hohen Tauern. Besonders hilfreich sind dabei die von Dipl-Ing. Franz Wallack, dem legendären Erbauer der Großglockner Hochalpenstraße, selbst konstruierten Rotations-Schneepflüge; sie kommen seit 1953 zum Einsatz und verringen die Räumdauer der beliebtesten Panoramastraße der Alpen von zuvor 50 bis 70 Tagen auf durchschnittlich 10 bis 25 Tage. Ab Anfang bis Mitte April machen sich zwei Räumteams von Norden und von Süden auf den Weg, bis sie sich nun zwischen dem Hochtor-Tunnel (2.504 m) und dem Mittertörl-Tunnel (2.328 m) im Bereich des Brennkogelkars (ca. 2.350 m) treffen.

Historische Maschinen im Einsatz

Bei der Frühjahrs-Schneeräumung der Großglockner Hochalpenstraße
Fräse bei der Frühjahrs-Schneeräumung ©  Grohag / neumayr.cc

Sowohl auf der Nord- wie auf der Südseite sind jeweils zwei dieser inzwischen historischen Maschinen im Einsatz, die mit hohem finanziellen Aufwand erhalten werden. Es gibt sie exklusiv nur am Großglockner. Außerdem kommt bei den Frühjahrsräumungen meist noch ein extrem starker Traktor mit Frässchleuder zum Einsatz; jeweils ein Lkw mit Schneepflug dient dabei häufig als Versorgungsfahrzeug für den benötigten Treibstoff. Mit Hilfe von jeweils einem Pistengerät wird zuvor die zu räumende Trasse festgelegt, weil die Straßenoberfläche vor Beginn der Räumung ja unsichtbar unter einer teils bis zu acht Meter mächtigen Schneedecke liegt.

Schneeräumung auf der Großglockner Hochalpenstraße 2019 © agropictures

Informationen zur Großglockner Hochalpenstraße

  • Höchstgelegene, befahrene Passstraße in Österreich
  • Strecke Fusch - Heiligenblut
  • Eröffnung 1935
  • 48 Kilometer Länge
  • 36 Kehren
  • 900.000 Besucher in den Monaten Mai bis Oktober
  • Alljährliche Schneeräumung von Anfang April bis Anfang Mai
  • Räumung von 600.000 m³ bis 800.000 m³ Schnee

Die Großglockner Hochalpenstraße befindet sich im Herzen des Nationalparks Hohe Tauern

Die 48 Kilometer lange Strecke schlängelt sich durch das Zentrum des Nationalpark, von Fusch-Ferleiten in Salzburg nach Heiligenblut in Kärnten. Dabei ist sie die höchstgelegene und befahrbare Passstraße in Österreich. Als höchster befahrbarer Punkt der Gebirgsstraße gilt die Edelweißspitze auf 2.571 Meter.  

Das Befahren der Großglockner Hochalpenstraße kostet je nach Ticket ab 19,50 Euro

Ein Tagesticket für E-Motorräder ist für 19,50 Euro, für E-PKWs und Motorräder zu 27 Euro erhältlich. PKWs zahlen 37 Euro. Die Tageskarten können an einem frei gewählten Tag mehrmals genutzt werden. Falls wegen einer Übernachtung der Ausreisetag zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt, wird keine zweite Karte benötigt. Weitere Ticketformen sind Saisonkarten, die 30-Tages-Karte, Rundfahrkarten oder Tour-Tickets für Motorradfahrer. Wer möchte kann sein Ticket für die Hochalpenstraße online von zu Hause aus bestellen. Die ermäßigten Vorverkaufstickets gibt es bei ÖAMTC, ADAC und ARBÖ.

Der Bau der Hochalpenstraße begann im Jahr 1930

Am 30. August 1930 wurde mit einer ersten Sprengung mit dem Bau der Alpenstraße begonnen. Etwa 4.000 Mann arbeiteten an der neuen Nord-Süd-Verbindung. Fünf Jahre später am 3. August 1935 wurde die Großglockner Hochalpenstraße vom Bundespräsidenten Wilhelm Miklas feierlich eröffnet.

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