Saas-Fee: Neubau der Hannigbahn im Jahr 2023

09.04.2022
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Die Seilbahn von Saas-Fee auf die Hannigalp soll erneuert werden. Die Konzession für den Betrieb der aktuellen Bahn läuft im April 2023 aus.


Das Hanniggebiet am Ende des Saastals ist ein sehr wichtiges Ausflugsziel und Naherholungsgebiet, welches über das gesamte Jahr rege besucht wird. Als Erlebnisort nah am Dorf bietet es eine zentrale Alternative zum klassischen Skisport und besitzt beste zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten. Die Saastal Bergbahnen haben sich bereit erklärt, die Hannigbahn langfristig zu mieten, die Unterhalts- und Betriebskosten zu decken und damit das unternehmerische Risiko zu tragen. Damit das Ausflugsziel Hannig auch in Zukunft mit einer Bergbahn erschlossen und damit das Potenzial am Berg weiter ausgeschöpft und ausgebaut werden kann, gilt es nun die Finanzierung sicherzustellen.

© https://www.hannigbahn.ch

Intensive Evaluierungsphase abgeschlossen

In der Evaluierungsphase wurden aus verschiedenen Blickwinkeln alle möglichen technischen Varianten und Linienführungen durchleuchtet und ihre Vor- und Nachteile analysiert. Nach vertieften Analysearbeiten hat sich gezeigt, dass eine Einseilumlaufbahn mit 10er-Gondeln mit der aktuellen Streckenführung die zukünftigen Bedürfnisse am besten abdeckt.


Weshalb überzeugt diese Variante?


  • Die Positionierung des Hannigbergs als Alternative zum klassischen Skisport mit einem qualitativ hochstehenden Schlittelangebot, Winterwandern und Schneeschuhtouren erfordert eine zentrale Lage mit direktem Zugang vom Dorf aus.
  • Die weitere Entwicklung der Sommeraktivitäten verlangt ebenfalls einen zentralen Standort zur optimalen Nutzung der bestehenden Infrastruktur.
  • Die modernen 10er-Gondeln analog der neuen Spielbodenbahn erfüllen die hohen Gästeansprüche in Bezug auf Fahrkomfort und ermöglichen gleichzeitig einen sehr bequemen Transport von Freizeitgeräten wie Schlitten, Bikes usw.
  • Die große Bedeutung des Hannig für die einheimische Bevölkerung, Übernachtungsgäste und Zweitwohnungsbesitzer*innen erfordert ebenfalls einen direkten Zugang vom Dorfzentrum aus.
  • Schließlich überzeugt diese Variante auch finanziell und weist das beste Kosten-/ Nutzenverhältnis aus.

Neuigkeiten und Innovationsfaktor

Die neue Bergbahn in Kombination mit der neuen Sportgerätrückführung bilden eine ideale Voraussetzung für den Ausbau der Winter- und Sommerangebote auf dem Hannigberg. Die komfortablen 10er-Gondeln sollen die ideale Infrastruktur zum Transport von Freizeitgeräten wie Schlitteln, Bikes usw. bieten. Die gesamte Anlage wird so konzipiert, dass Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder auch Familien mit Kinderwagen die Bergbahnanlage ohne Hindernisse eigenständig nutzen können.


Im Winter soll das Schlittelerlebnis spürbar verbessert werden, indem ab Hohnegg die Rückführung der Schlittelpiste neu angelegt wird und das Schlitteln bis vor die Talstation Hannig möglich wird. Das letzte Gefälle bis zur Talstation erfolgt bequem über eine neue Rolltreppe. Zusätzlich wird der untere Teil der Schlittelpiste mit Infrastruktur zur künstlichen Beschneiung ausgestattet.

Zukünftige Positionierung und Angebote Ausflugsziel Hannig

Das Hannig wird bei der Weiterentwicklung als Generationenberg positioniert, mit dem Ziel, das Ausflugsziel weiter auf eine breite Zielgruppe abzustützen und einen möglichst langen Jahresbetrieb zu gewährleisten.


Im Sommer gibt es am Hannig tolle Wanderungen wie den Steinwildpfad und Gemsweg, Themenwege (Sonnen- und Märliweg) oder das Ausflugsziel Melchboden mit Grill- und Spielplatz und See. In Zukunft soll das aktuelle Trottinettangebots durch geeignetere Hilfsmittel mit Nutzung der neuen Schlittelrückführung optimiert werden. Zudem soll ein Spieleweg mit Einbindung der Attraktionen wie Kinderspielplatz bei der Bergstation, Alpe Hannig mit den Ziegen, Melchboden mit Grill- und Spielplatz sowie einem kleinen See und dem Märli- und Sonnenweg angelegt werden. Auch ds Bike-Angebot soll gezielt ausgebaut werden.


Im Winter ist das Ausflugsziel Hannig eine sehr wichtige Alternative zum Skisport für alle Generationen. Die Aufrechterhaltung dieses Angebots ist aus touristischer Sicht wesentlich, da sich Aktivitäten wie Schlitteln, Winterwandern und Schneeschuhlaufen einer zunehmenden Beliebtheit erfreuen. Dabei stehen insbesondere folgende Aktivitäten im Vordergrund:


  • Schlitteln und Nachtschlitteln (6 Kilometer lange Schlittelpiste mit optimierter Schlittelrückführung)
  • Winterwandern: Rund um das Ausflugsziel Hannig ist der grösste Anteil an homologierten und bestens präparierten Winterwanderwegen im Saastal zu finden.
  • Tourenski
  • Neu: Homologierte und markierte Schneeschuhtrails

Projektkosten

Die Saastal Bergbahnen haben sich bereit erklärt, die neue Hannigbahn langfristig zu mieten, für die Unterhalts- und Betriebskosten aufzukommen sowie das unternehmerische Risiko zu tragen. Die Kosten für den Bau der neuen Bergbahn inkl. neuer Sportgerätrückführung belaufen sich auf rund 11 Mio. CHF. Damit die neue Hannigbahn realisiert werden kann, muss bis Ende April 2022 ein Eigenkapital in der Höhe von mind. 3 Mio. CHF zusammengetragen werden.


Falls die Finanzierung sichergestellt ist, soll ab April 2023 das Bewilligungsverfahren und Projektarbeiten beginnen. Im Mai 2023 ist der Rückbau geplant, im Sommer und Herbst 2023 der Neubau der Hannigbahn. Im Winter 2023 erhofft man sich die Eröffnung der neuen Bahn.

Beurteilung Notwendigkeit neue Hannigbahn

Gemeinde Saas-Fee: "Saas-Fee ist im Aufschwung, es gilt diese Aufbruchstimmung zugunsten einer erfolgreichen Zukunft zu nutzen."


Saastal Bergbahnen AG: "Als Bergbahnunternehmung sehen wir den touristischen Nutzen und die Notwendigkeit dieser Bergbahn, auch wenn diese kaum rentabel betrieben werden kann. Daher sind wir bereit, den Betrieb langfristig zu sichern."


Saastal Tourismus AG: "Schweizweite Studien zeigen, dass Skifahren als Aktivität leicht rückläufig ist, während Aktivitäten wie Schlitteln, Wandern oder Schneeschuhlaufen im Trend liegen. Der Hannigberg ist der ideale Berg für diese Aktivitäten und hat viel Ausbaupotenzial. Die Bergbahn sehen wir als Mittel zum Zweck, die Innovation soll über das Angebot am Berg erfolgen. Gleichzeitig wäre es touristisch gesehen für die einheimische Bevölkerung, die Zweitheimischen und die Gäste im gesamten Saastal ein großer Rückschritt, wenn dieses Ausflugsziel in Zukunft nicht mehr über eine Bergbahn erschlossen wird."

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