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Lawinen - Gefahren & Maßnahmen

Tödliche Lawinen: welche Gefahren lauern am Berg und was ist bei einem Abgang zu tun?

Lawinenunfälle zählen zu den häufigsten Todesursachen in Skigebieten. Die Gefahr einer Lawine darf nicht unterschätzt werden. Wie bedrohlich Lawinen für Natur und Mensch sind erfahren Sie hier.

Lawinenverschüttung
Lawinenverschüttung mit ABS-Airbag
© ABS Avalanche Airbag / Sepp Malaun

Gefahren bei einer Lawinenverschüttung

Wird man von einer Lawine erfasst, spielt der Zeitfaktor bei der Lebensrettung eine große Rolle. Die meisten Lawinenopfer erleiden schwere Verletzungen durch Stürze. Unter den Schneemassen begraben drohen Erstickung und Unterkühlung. Eine schnelle Rettung ist lebenswichtig.

Erstickung

Erstickung droht zum einen durch die Schneemassen, die die Atemwege verstopfen können. Zum anderen kann sich aufgrund der kalten Temperaturen eine Eismaske vor dem Gesicht bilden und die Atmung blockieren.

Sollte der Verschüttete noch einem Atemfreiraum besitzen, so fällt der Sauerstoffanteil durch die Atmung schnell ab und eine CO2-Vergiftung droht. Innerhalb weniger Minuten führt der mangelnde Sauerstoffgehalt zur Schädigung des Gehirns bis hin zum Gehirntod.Ersticken gilt als häufigste Todesursache bei Lawinenopfern, rund 46 Prozent sterben daran. Eine schnelle Rettung innerhalb weniger Minuten ist daher unabdingbar. Nach 15 Minuten sinkt die Überlebensrate drastisch.

Verletzungen

Eine weitere Todesursache von Lawinenopfern sind erhebliche Verletzungen, die beim Sturz während des Lawinenabgangs entstehen. Häufigste Sterbeursache ist eine Verletzung an der Halswirbelsäule.

Unterkühlung

Die niedrigen Temperaturen innerhalb der Schneemasse bewirken eine rasche Unterkühlung des Verschütteten. Nach 35 Minuten besteht für den Verschütteten erhöhte Lebensgefahr durch Unterkühlung.

Info

Todesursachen

  • Erstickung durch Schneemassen und CO2-Vergiftung
  • Schwere Sturzverletzungen, häufig Genickbruch
  • Unterkühlung, Lebensrate sinkt nach 15 Minuten Verschüttung erheblich
Info

Erste Hilfe bei Lawinen

Folgende Regeln sollte man befolgen:

  • Eigenschutz beachten und sich aus der Gefahrenzone begeben
  • Rettungsdienst alarmieren
  • Suche nach Verschütteten beginnen
  • Markieren des Verschwinde- und Liegepunkts der Vermissten
  • Achten auf mögliche Nachlawinen
  • Auf visuelle und akustische Signale achten
Bergung mit Suchhund
Bergung von Verschütteten mit Lawinensuchhund
© amidala - Fotolia

Erste Maßnahmen bei Lawinen

Richtiges Verhalten bei einem Lawinenunfall ist lebenswichtig. In der prekären Situation eines Lawinenabgangs sollte man als erste Maßnahme versuchen, aus der Lawine seitlich herauszufahren. Gelingt dies nicht, ist es wichtig, sich von unnötigem Ballast wie Skiern und Stöcken zu befreien, um sein Gewicht zu reduzieren. Jede zusätzliche Belastung begünstigt ein Herunterziehen unter die Schneemassen.

Wird man von den Schneemassen verschüttet, sollte man versuchen, sich eine Atemhöhle zu schaffen und die Arme vor das Gesicht halten. Unter den Schneemassen begraben ist eine erste Orientierung hilfreich.

Wo ist oben und wo ist unten? Sollte der Verschüttete noch einen Hohlraum zur Verfügung haben, so kann ein Spucken in den Schnee helfen. Dort, wo der Speichel hinunterläuft, ist unten und der Betroffene kann sich, falls dies möglich ist, selbst freibuddeln. Weiterhin kann ein Urinieren in die Hose, so seltsam es sich anhört, bei der Bergung helfen. Die Lawinensuchhunde können die Witterung des Harnstoffs aufnehmen und den Verschütteten schneller finden.

Was ist bei der Bergung zu beachten?

Ist man selbst nicht von der Lawine erfasst, sollte man schnellstmöglich mit der Bergung der Verunglückten beginnen. Schnelles Handeln ist jetzt lebenswichtig. Beobachten Sie den Vorgang des Verschüttens, wo die Betroffenen von der Lawine erfasst wurden und wo sie verschwunden sind. Markieren Sie den Verschwinde- und Liegepunkt mit Gegenständen wie zum Beispiel Skistöcken.

Achten Sie weiter auf Ihre eigene Sicherheit, da eine Nachlawine abgehen könnte. Beginnen Sie mit der Suche nach den Verschütteten und achten Sie dabei auf visuelle und akustische Signale. Gleichzeitig sollte der Rettungsdienst alarmiert werden und über die notwendigen Informationen wie Unfallgebiet, Geschehen, Anzahl der Vermissten und Wetterbedingungen informiert werden. Der Rettungsdienst benötigt in der Regel rund 35 bis 40 Minuten um am Unfallort einzutreffen. Die Suche nach den Opfern sollte jedoch schnell beginnen, da nach 15 Minuten die Überlebenschancen der Verschütteten sinkt.

Welche professionellen Schutzmaßnahmen Skigebiete ergreifen, um ihre Besucher vor abgehenden Lawinen zu schützen, haben wir uns beim Pistenteam in Arosa Lenzerheide genau angeschaut: Hinter den Kulissen im Skigebiet.

Helmkameravideo eines Skifahrers, der von einer Lawine verschüttet, aber nach wenigen Minuten gerettet wird:

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